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E. A. Robinson: On the Night of a Friend’s Wedding
ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
USA E. A. Robinson: On the Night of a Friend’s Wedding
E. A. Robinson

On the Night of a Friend’s Wedding


If ever I am old and all alone,
I shall have killed one grief, at any rate;
For then, thank God, I shall not have to wait
Much longer for the sheaves that I have sown.

The devil only knows what I have done,
But here I am, and here are six or eight
Good friends, who most ingenuously prate
About my songs to such and such a one.

But everything is all askew to-night, -
As if the time were come, or almost come,
For their untenanted mirage of me

To lose itself and crumble out of sight,
Like a tall ship that floats above the foam
A little while, and then breaks utterly.



In der Hochzeitsnacht eines Freundes

Einst werd’ ich alt sein und allein, versuch’
den Gram zu töten über’n Lauf der Dinge,
dank’ Gott, und wart’ nicht länger was er bringe,
daß ich die Ernte meiner Saat verbuch’.

Allein der Teufel selbst kennt meinen Fluch.
Doch ich bin hier, daß ich den Tag verbringe
mit Freunden, die nur plappern, was ich singe,
Wie ich die eine suche, such’ und such’.

Nur ist das alles heute schief entstellt,
als ob’s sich mit der Zeit nun endlich klärt
und mir mein unbewohntes Luftschloß winkt.

Nur daß es wieder aus dem Blick entfällt,
Wie’n Schiff hoch über leichte Schäume fährt,
Nur kurz, - dann doch noch einbricht und versinkt.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 01.08.2010 01:19 von ZaunköniG.)
16.02.2007 22:39
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Sneaky Offline
Metrik-Matador
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Beiträge: 1.615
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #2
RE: E. A. Robinson: On the Night of a Friend’s Wedding
Nachts, auf der Hochzeitsfeier eines Freundes

Bin ich mal alt und einsam wird mich freuen
dass ich eins los bin, das mir Kummer macht;
des Warten, dass die Ernte eingebracht
ist, wird dann kurz sein, so wie einst das Streuen.

Ich hab, zum Teufel, heut nichts zu bereuen,
bin trotzdem hier, genauso sechs bis acht
an guten Freunden, die mit viel Bedacht  
auf manchem meiner Lieder wiederkäuen.

Doch alles ist heut irgendwie verkehrt,--
als wärs schon an der Zeit oder doch fast,
dass ihre Spiegelsicht von mir sich klärt,

sich auflöst und vor jedem Blick verblasst;
so wie ein stolzes Schiff die Gischt durchquert
ganz kurz und dann zerbirst vom Kiel zum Mast.

Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
17.02.2007 16:47
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 5.023
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #3
RE: E. A. Robinson: On the Night of a Friend’s Wedding
Hallo Sneaky,

starke Bilder hast du, aber da liegen wir ja wieder weit auseinander, vor allem ab Zeile 7. Ich gebe zu, mein erster Versuch war recht frei, aber die leichten Schäume am Ende möchte ich doch nicht missen. Die Gischt und der brechende Mast sind mir zu intensiv. Ich denke daß es für ihn eine ganz unwirkliche Situation war, als ob er neben sich stünde.

LG: ZaunköniG


Einst werd’ ich alt sein und allein, versuch’
den Gram zu töten über’n Lauf der Dinge,
dank’ Gott, und wart’ nicht länger was er bringe,
daß ich die Ernte meiner Saat verbuch’.

Allein der Teufel selbst kennt meinen Fluch.
Doch ich bin hier, daß ich den Tag verbringe
im Freundeskreis zu plaudern, was ich singe,
Was ich in dem und diesem Vers versuch'.

Nur ist das alles heute schief entstellt,
als ob sich endlich meine Fata klärt,
die nur zum Abschied meinen Freunden winkt.

Als ob sie ihnen aus dem Blick entfällt, -
Wie’n Schiff hoch über leichte Schäume fährt, -
Nur kurz, - dann doch noch einbricht und versinkt.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
17.02.2007 18:12
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Sneaky Offline
Metrik-Matador
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Beiträge: 1.615
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #4
RE: E. A. Robinson: On the Night of a Friend’s Wedding
Hallo Zaunkönig,

unterschiedliche Kurse mal wieder, stimmt. Die Gischt ist leicht ersetzt, wobei ich persönlich Gischt nicht unbedingt in Verbindung mit Sturm sehe. Das können auch Spritzer sein, die der Bugspriet erzeugt. (Die Schwalbe fliegt über den Eriesee, Gischt schäumt um den Bug wie Flocken von Schnee/John Maynard).

Das Zerbrechen / Zerbersten ist aber expressis verbis im Original drin. break utterly. Komplett zerbricht.

Der Anfang vom zweiten Quartett ist mir als Redensart aus einigen Büchern geläufig: Nur der Teufel weiß was ich getan habe, aber hier bin ich ....
Deine letzte Zeile in dem Quartett hat aber auch einiges für sich. auf manchem meiner Lieder wiederkäuen scheint näher zu sein. Das werd ich so abändern. Danke für die Verbesserung.

Sneaky

Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
17.02.2007 18:37
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 5.023
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #5
RE: E. A. Robinson: On the Night of a Friend’s Wedding
Moin sneaky,

Zitat:Das Zerbrechen / Zerbersten ist aber expressis verbis im Original drin. break utterly. Komplett zerbricht

Ok, das kann man auch so lesen; ich nahm es als "ganz einbricht" (in den Schaum)

LG ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
19.02.2007 07:52
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