Antwort schreiben 
 
Themabewertung:
  • 0 Bewertungen - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Die Chinesische Schreibstube 1
ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
****

Beiträge: 5.191
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
Die Chinesische Schreibstube 1
Die Chinesische Schreibstube
gesehen im Landesmuseum Hannover


Kalligrafie I.


---------------------------------Umgeben von zehtausenden Schriftrollen
---------------------------------habe ich schon immer angenehme Tage verbracht.

---------------------------------Vor dem Fenster begleitet die Folge von Abend-
---------------------------------und Morgendämmerung das Verrinnen der Jahre.

------------------------------------------------------------------ Lu You 1125 - 1209



Ein schönes Umfeld, eine Atmosphäre
mit Stil und prallvoller Gelehrsamkeit,
wo alles seinen Platz hat - und die Zeit
dies alles zu vergessen... Ja, was wäre
der Kalligraph, der sich nicht fokussiert,
als irgendjemand, den man sieht beim Schreiben.
Mit Sorgfalt gilt's die Tusche schon zu reiben,
weil Sorgfalt solcher Kostbarkeit gebührt.

Es ist die Achtung vor dem Material,
dem Wert, der allen Dingen innewohnt,
die aus dem Schreiber einen Meister macht.

Er schaut und lernt, spürt tiefer jedes Mal;
auf einstmals Unscheinbares gibt er acht,
bis Kleinstes ihm mit höchstem Ausdruck lohnt.


.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
04.05.2020 16:32
Webseite des Benutzers besuchen Alle Beiträge dieses Benutzers finden Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
****

Beiträge: 5.191
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #2
Kalligraphie 2
.


Kalligraphie

2


Sie zählen zu den wertvollsten Geschenken:
Vier Kostbarkeiten: Pinsel und Papier,
Reibstein und Tusche. Keines dieser vier
ist je alleine, nur für für sich zu denken.

Bedenke schon, wenn du die Tusche reibst,
wie deine Hand hernach den Pinsel führt.
Ist eher glatt, ist stärker strukturiert
das Blatt, auf das du deine Verse schreibst?

Ein Tropfen zu viel Wasser schon verdirbt
den Strich, der sofort ausfranst und zerfließt.
Zu wenig Wasser und der Strich wird hart
und trocken. Sei der Liebende, der wirbt,
nicht geizig, aber maßvoll, - der genießt
und gibt - auf seine ganz ihm eigne Art.


.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 28.05.2020 18:19 von ZaunköniG.)
28.05.2020 18:19
Webseite des Benutzers besuchen Alle Beiträge dieses Benutzers finden Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Antwort schreiben 




Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste