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Akrostichon Sonett: Natur: Amsel, Drossel
#1
2 Akrostichon-Sonette: Amsel-Drossel-Lieder

AMSEL-DROSSELEI

A m frühen Morgen schon, mit scharfem Ton
M ich weckend, gellt der Amsel Morgensang,
S o schrill, durchdringend wie das Telefon;
E s gilt der Katze wohl, die garten-lang
L eis herschleicht, zarten Braten auf der Karte,
D ie ihr Geflügelschenkelchen verspricht,
R ein theoretisch – nicht, dass ich's erwarte;
O h, Kätzchen, täusch' dich darin bitte nicht:
S o leicht wird keiner dieser Countertenors
S chon gar nicht, wenn er hellwach auf der Hut –
E in Opfer, auch des besten Vogelkenners!
L ass' ab, denn du verlierst und kommst in Wut!
E r singt auch abends wieder dir ins Ohr
I m Amsel-Drossel-Trillerpfeifen-Chor! (...)

DUNKELWERDE-ODE

D enn wenn der meisten kleinen Vögel Lied
U nter dann geht, wie's Sonnenlicht im West,
N immt Amsel und auch Drossel das Gebiet
K urz nochmal in Besitz und singt den Rest
E ines Chorals, den sie sich selbst geschrieben,
L eicht variierend Melodien, je nachdem,
W es' andren Vogels Lieder ihr Belieben
E rst neu gefunden: plagiat-bequem
R uft jetzt ein halbes Buchfink-Lied ins Grau,
D ann eine Zeile Mönchsgrasmücke oder so,
E in Lerchen-Triller (noch nicht ton-genau!
).
O h, langsam gurgelt Drossel noch ein tiefes Do,
D ann schweigen Feld und Wald – es sei denn mal,
E in Nachtigall-Arpeggio klingt durchs Tal!
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