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Unnah
ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
****

Beiträge: 5.022
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
Unnah
Unnah

Als nannte jemand den verborgnen Namen,
erklang ein Ton, der wie von Geisterhand
durch unsre Haut drang, die, wie aufgespannt
auf fremder Seele körperlosem Rahmen.

Wie Nebel füllte Sehnen unsre Lungen,
die ganze große Partitur zu lesen,
und so begriffen wir der Sterne Wesen,
wie eine dieser fernen Spiegelungen.

Du aber warst so nah, so unerhört.
Als brachest du für mich zuerst das Siegel,
glichst du der Unschuld wie ein Wasserspiegel,
von Lichtern sanft gesäumt und schaumgeboren,
der jede Spur von Näherung zerstört
und gabst auch mich im Wellenspiel verloren.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 03.08.2007 10:58 von ZaunköniG.)
20.05.2007 18:20
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Sneaky Offline
Metrik-Matador
*

Beiträge: 1.615
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #2
RE: Unnah
Hallo Zaunkönig,

das hier ist sehr befrachtet, ein bisschen weniger Bilder würden dem Sonett nach meinem Geschmack besser stehen.

Im ersten Quartett vermisse ich das Verb für die Haut sehr. Du solltest zumindest das Komma nach "die" herausnehmen.
die Haut durchdrang, die fremd schien, aufgespannt?

Im zweiten Quartett ist das nebelhafte Sehnen das die Lungen füllt nicht passend zum Lesen oder? Sehnen / Atmen würde passen aber Sehnen / LEsen?
Da wäre durchdrungen von Sehnen eine Alternative?

Soll das wirklich so gelesen werden, dass der Wasserspiegel zerstört?
den jede Näherung sofort zerstört?

Näherung finde ich auch wenig ansprechend, ist mehr Mathematik als Aufeinander zu gehen für mich.

Gruß

Sneaky

Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
30.05.2007 20:23
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
****

Beiträge: 5.022
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #3
RE: Unnah
Unnah
2. Version - daktylisch

Als nannte uns wer beim verborgenen Namen
erklang dieser Ton. Wie von Geisterhand drang er
in unsere Haut, und wie aufgespannt schwang er
in unserer Seelen unhaltbaren Rahmen.

Ein Ahnen und Sehnen füllt unsere Lungen,
die Partitur nun auch zu ende zu lesen.
Wir wußten sogleich aller Fixsterne Wesen
verwandt mit entfernteren Luftspiegelungen.

Doch du warst mir nah, und du warst unerhört.
Als brachst du als erstem für mich deine Siegel,
glichst du reiner Unschuld, ein Sternwasserspiegel:

Von Lichtern gesäumt, wie aus Meerschaum geboren,
der jegliche Näherung sofort zerstört. -
Auch mich gabst du bald in den Wellen verloren.




Hallo Sneaky,

das Problem mit dem fehlenden Verb für die Haut habe ich glaube ich, gelöst, auch wenn ich denke, daß man ein Hilfsverb wie "sein" auch mal unterschlagen kann.

Beim Wasserspiegel dachte ich nicht an den Spiegel, sondern an die Eigenschaft des Wassers immer wieder zusammenzulaufen und wieder eine glatte Fläche zu bilden. Egal wie heftig man darin herumrührt, wenn du es eine Weile in Ruhe lässt ist jede Erinnerung an eine Berührung wieder verschwunden. Die Wasserfläche liegt wieder da wie unberührt.

LG ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 27.04.2019 11:12 von ZaunköniG.)
03.06.2007 14:03
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