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William Shakespeare: 66
Sneaky Offline
Metrik-Matador
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Beiträge: 1.615
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
William Shakespeare: 66
Schwer angezählt, käm mir das Handtuch recht,
..seh ich die Arbeit ausgekippt wie Dreck,
..die Null hoch drei hofiert als wär`s Bert Brecht,
..den wahren Glauben nur am linken Fleck,

..das Ehrgefühl im Pfandleihhaus versetzt,
..den Anstand futsch wies keine Nutte tut,
..Perfektes säurekrittelnd weggeätzt,
..die Kraft gelähmt durch lahmen Übermut,

..die Kunst geknebelt durch Autorität,
..die Dummheit Lehrer sein für das Talent,
..die Wahrheit abgetan als Furz der bläht,
..dass man die Diktatoren Meister nennt.

Da käm`der Tod im Ring mir grade recht,
doch was ich liebe blieb` allein. Sauschlecht.

Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
07.08.2007 20:03
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 4.915
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #2
RE: William Shakespeare: 66
Hallo Sneaky

eine frische und freie Interpretation des Textes, aber wohl doch zu frei um sie als Übersetzung zu posten. Ich fände sie passender bei den Aneignungen.

LG ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
09.08.2007 22:21
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Sneaky Offline
Metrik-Matador
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Beiträge: 1.615
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #3
RE: William Shakespeare: 66
Hallo Zaunkönig,

da hast du wohl recht. Bitte verschiebs.

Gruß

Sneaky

Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
12.08.2007 09:33
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 4.915
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #4
RE: William Shakespeare: 66
Ach würd ich nur dement, entkäm der Öde!
Das Fernsehvolk liebt freien Sex und Tote,
hält sich für aufgeklärt und ist so blöde.
Wie je macht Brot und Spiele beste Quote.

Von schnellen Schnitten wird das Auge süchtig
und Prominenz über den Geist diktiert.
Man feiert als berühmt, wer nur berüchtigt
und sich mit allzu grellem Flitter ziert.

Und Wahrheit dem Spektakel unterliegt
und jeder feilen geilen Nabelschau,
der Schnappschuss über die Recherche siegt
und Anstand nur als alt gilt, blass und grau.

Ach gerne würd ich von der Glotze lassen,
doch fürchte ich, ich könnte was verpassen.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
13.07.2009 17:56
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Sneaky Offline
Metrik-Matador
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Beiträge: 1.615
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #5
RE: William Shakespeare: 66
Hallo Zaunkönig,

von rückwärts: Hut ab vor dieser Pointe. Die ist genial, stellt das Ganze geradezu auf den Kopf.

Ein paar Vorschläge hab ich noch:

das Fernsehvolk labt sich an Sex und Toten
.......
und Brot und Spiele bringen Einschaltquoten

Wo Wahrheit dem Spektakel unterliegt
und jeder feilen geilen Nabelschau,
der Schnappschuss über die Recherche siegt
und Anstand nur als alt gilt, blass und grau.
würd liebend gerne ich das Glotzen lassen
wär da die Furcht nicht etwas zu verpassen.

Gruß

Sneaky

Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
21.07.2009 22:42
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 4.915
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #6
RE: William Shakespeare: 66
Hallo sneaky,

Ja, das war ein Schnellschuss. Das geht an manchen Stellen auch flüssiger. "Labt" möchte ich allerdings nicht verwenden. Der Begriff ist mir zu positiv besetzt. Aber der Schluß läuft besser.

Danke
ZaunköniG



Ach würd ich nur dement, entkäm der Öde!
Das Fernsehvolk ergötzen Sex und Tote.
Es glaubt sich aufgeklärt doch ist so blöde,
und Brot und Spiele machen beste Quote.

Von schnellen Schnitten wird das Auge süchtig
und Prominenz über den Geist diktiert.
Man feiert als berühmt, wer nur berüchtigt
und sich mit allzu grellem Flitter ziert.

Wo Wahrheit dem Spektakel unterliegt
und jeder feilen geilen Nabelschau,
der Schnappschuss über die Recherche siegt;
wo Anstand nur als alt gilt, blass und grau,

würd liebend gern ich von der Glotze lassen,
wär da die Furcht nicht, etwas zu verpassen.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
22.07.2009 18:44
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 4.915
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #7
Invidia
Und noch ein Beitrag zum aktuellen Monatsthema, bevor der März um ist:


Invidia
frei nach Shakespeare 66


Ich fass es nicht: mir geht's partout nicht ein,
daß es nichts gilt, was ich gewußt, gekonnt!
Auf eitle Blender fällt das Volk herein,
das sich in seiner eignen Dummheit sonnt.

Nur ich werd von dem Pöbel nicht beachtet;
Die Weiber geben sich den Luden hin.
Mein Heldenglanz scheint ihnen wie umnachtet;
Bin ich auch stark, sucht man nur Schwäche drin.

Mein Können und Talent sind nicht gefragt,
verlacht mein klares Wort als Einfalt. Leider.
Die Presse mich mit Schmähkritiken plagt:
Der Beste hat in dieser Welt nur Neider.

Und beinah hätt's mir den Verstand geraubt,
wär da nicht einer, der noch an mich glaubt.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
25.03.2010 10:28
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