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Lorenzo de' Medici: Spesso mi torna a mente, anzi già mai
ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 5.005
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
Italien Lorenzo de' Medici: Spesso mi torna a mente, anzi già mai
Lorenzo de' Medici
1449 - 1492 Italien


Spesso mi torna a mente, anzi già mai
si può partir della memoria mia,
l'abito e il tempo e loco, dove pria
la mia donna gentil fiso mirai.
Quel che paressi allora, Amor, tu il sai,
che con lei sempre fusti in compagnia:
quanto vaga, gentil, leggiadra e pia,
né si può dir né imaginare assai.
Quando sopra i nivosi e alti monti
Apollo spande il suo bel lume adorno,
tali e crin' suoi sopra la bianca gonna.
El tempo e 'l loco non convien ch'io conti,
ché dove è sì bel sole è sempre giorno
e paradiso ove è sì bella donna.




Ich schwelge oft in der Vergangenheit
und nie verblasst ihr Bild mir nur ein Stück,
das Kleid der Herrin, jener Ort, die Zeit,
als sie mich erstmals sah. Der Augenblick,

als sie mich ansah, du erinnerst dich,
o Amor? Du hast sie so reich geziert,
ihr Atem, engelgleich ist ihr Gesicht,
vor dem die Sprache schier kapituliert.

Wie über Berge, tiefbedeckt von Schnee
Apollo ausgießt eine Flut von Licht,
umfließt das weiße Kleid ihr goldnes Haar.

Jedoch umsonst ich all das seh.
Wo meine Sonne Ort und Zeit durchbricht,
werd ich den Blick aufs Paradies gewahr.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 16.05.2010 00:18 von ZaunköniG.)
28.09.2007 11:54
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Silja Offline
Eleve
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Beiträge: 464
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #2
RE: Lorenzo de' Medici: Spesso mi torna a mente, anzi già mai
Hallo Zaunkönig,
ich muss dich bewundern, wie du hier nun das Italienische meisterst. Aber ich bin nicht so ganz sicher, wie in deiner Fassung denn die letzte Terzine zu verstehen ist?

Soweit ich dem Original folgen kann, steht dort, dass Ort und Zeit ihm (in seinen Erzählungen?) nicht unbedingt zustimmen (oder so ähnlich), denn wo sie (die schöne Dame) ist, da scheint immer die Sonne, da ist immer Tag, und wo sie ist, ist auch das Paradies. Meinst du das wohl auch so? Oder verstehst du das anders?
28.09.2007 13:20
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
****

Beiträge: 5.005
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #3
RE: Lorenzo de' Medici: Spesso mi torna a mente, anzi già mai
Hallo Silja,

Der Beginn der letzten Terzine ist für mich auch etwas kryptisch, aber ich interpretiere die Stelle so, daß er vergeblich in den beschriebenen Erinnerungen schwelgt. Dies geschaute Paradies bleibt für ihn (zumindest in dieser Welt) unerreichbar:


Vergeblich auf diese Zeit, diesen Ort zu sehen.
Ein Tag an dem die Sonne so strahlend schien
und wo so schöne Formen (Wesen) weilen, muß das Paradies sein.



Du beziehst Ort und Zeit auf seine Gegenwart, die anders sind als die gelobte Vergangenheit? Ich habe mich ja nun mehr durch diesen Text geraten, also wenn du dir sicher bist, läßt sich das ende wohl noch korrigieren.


LG ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
29.09.2007 11:48
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