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W. B. Yeats: The Madness of King Goll
Sneaky Offline
Metrik-Matador
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Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
Irland W. B. Yeats: The Madness of King Goll
http://www.kalliope.org/digt.pl?longdid=yeats2002021409

Ich ruhte auf Kissen aus Otterfell,
mein Wort war Gesetz von Ith bis Emain
und trieb selbst in Inver Amergin stahlhell,
Furcht den Herzen der Seeräuber ein.
Es schirmte vor Krieg und Gefahr,
Jungen wie Mädchen, Männer wie Vieh,
die Ernte war reicher von Jahr zu Jahr
die Vögel des Himmels zahlreich wie nie.
Die alten Knechte, sie beugten
grausilberne Häupter, bezeugten:
Er schirmt uns vor nördlicher Kälte.
Es schweigt nicht, das tanzende Laub um mich,
das welkende Birkenlaub.

Sinnend trank ich von süßem Wein,
als ein Hirt aus dem Herzland beklagt,
es hätten in Drachenkopfschiffe hinein
Piraten ihm seine Schweine gejagt.
Ich berief die Huskarls, Männer der Schlacht,
und grollende Bronzestreitwagen
aus Tälern und Bergen und fiel in der Nacht,
als sie schlafend im Sternenlicht lagen,
am Strand über die Seewölfe her,
und keiner entkam dem rächenden Speer.
Viel goldene Spangen errang meine Hand.
Es schweigt nicht, das wispernde Laub um mich,
das welkende Birkenlaub.

Doch mählich, während ich brüllend kämpfte
und auf blutigem Boden stand,
erfasste ein Etwas mein innerstes Ich,
ein tanzender, lodernder Brand.
Am Himmel blitzten kalte Sterne,
die Augen der Männer glänzten fahl,
so lachte ich auf und lief in die Ferne
über felsige Küsten, Heide und Tal.
Ich jauchzte auf zum Vogelflug,
im Sternenlicht, zum Wolkenzug,
dem Rascheln im Schilf, dem Wellengesang.
Es schweigt nicht, das wispernde Laub um mich,
das welkende Birkenlaub.

Nun bin ich im Wald zu jeder Zeit,
ob Sommer die Bienen trunken macht,
ob Herbst in stiller Einsamkeit,
im Laub leopardene Lohe entfacht,
ob im Winter an eisigen Stränden
der Kormoran auf den Klippen friert.
Ich wandere weiter, rede mit Händen,
schüttle mein Lockenhaar ungerührt.
Der Grauwolf kennt mich. Ich höre ihn gut,
der Herzschlag des Hirsches durchpulst mein Blut.
Die Hasen kommen mir furchtlos nah.
Es schweigt nicht, das wispernde Laub um mich,
das welkende Birkenlaub.

Ich fand eine Siedlung, schlafend, stumm.
Erntemond. Und wie Wind durch Ried
ging ich lautlos hinein und sah mich um,
murmelnd zu einem seltsamen Lied,
„ ich folgte ihm durch Nacht und Tag
dem Schall von gewaltigen Schritten“,
und sah eine alte Harfe, sie lag
auf der Bank, dem Sänger entglitten.
Die nahm ich mit in die Einsamkeit
des Waldes, und von seltsamem Leid
sangen wir mit vermählten Stimmen.
Es schweigt nicht, das wispernde Laub um mich,
das welkende Birkenlaub..

Ich sang wie nach dem langen Tag
Orchil ihr dunkles Haar enthüllt,
wie es den Sonnentod verdeckt
den Wind mit leisem Duft erfüllt.
Wenn meine Hand die Harfe rief,
stillten die Töne frisch wie Tau
den Durst in mir, der sonst nie schlief.
Doch nun stimmt in die Klage ein,
der Klang verging, die Saite sprang,
mich ziehts durch Wald und Hügel
bei Winterkälte, Sommersglut.
Es schweigt nicht, das wispernde Laub um mich,
das welkende Birkenlaub.

Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
27.10.2007 16:34
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