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Susan Evance: O That religion in that breast did dwell! –
ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
GB Susan Evance: O That religion in that breast did dwell! –
O That religion in that breast did dwell! –
See how he leans upon the vessel’s side,
And gloomily surveys the surgy tide.
Could you the meaning of that aspect tell,

Could you behold the heart that bosom hides,
Its passions tossing like the billows wild,
Its wishes by no soothing hope beguil’d
But which impatience ever restless guides;

Ah did each thought perplex’d – each prospect dark –
Each feeling of despair now meet your sight,
You’d say that Man, “poor helpless driving bark!
Needed a pilot to direct him right

On life’s tumultuous waves – and waft him o’er
To some more shelter’d and more peaceful shore.



Daß mir der Glaube stets im Herzen bleibt!
Sieh ihn, als Steuermann, ganz ungerührt,
wie er das Schiff durch die Gezeiten führt.
Kennst du ein bessres Wort, das ihn beschreibt?

Könnt’st du das Herz in meinem Busen sehen;
Es ist von Leidenschaften wild umtost,
noch keinem harten Schicksal zugelost,
doch will vor Ungeduld beinah vergehen.

Verwirrt mich ein Gedanke – „Was wohl wäre?“
erkennst du leicht am Blick mein stummes Hadern.
Du nennt den Menschen eine „Geisterfähre“
spürt er sein Ziel nicht schon in seinen Adern.

Ein Lotse führ’ ihn durch die Sturmgewalten,
um einst die sichre Zuflucht zu erhalten.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 17.05.2010 16:13 von ZaunköniG.)
11.11.2007 08:51
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Silja Offline
Eleve
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Beiträge: 464
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #2
RE: Susan Evance:
Hallo Zaunkönig,
Insgesamt ist das sehr gut geworden, finde ich. Aber ich meine nicht, dass sie das auf sich selbst bezieht. "That breast" ist nicht gleich "this breast". Also dein "ich" finde ich deswegen fehl am Platze. Hier hat sie einen anderen im Auge, der zunächst als Seefahrer beschrieben und dann später als Mensch verallgemeinert wird.
Und wenn man den so anschaut, dann "würde man sagen, dass er einen Lotsen braucht, der ihn durch die Stürme des Lebens führt".
Diese Schlussfolgerung kommt bei deiner Übertragung auch nicht so ganz deutlich heraus. Aber ein gutes Gerüst hast du zweifellos.

Gruss
Silja
11.11.2007 11:31
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #3
RE: Susan Evance: O That religion in that breast did dwell! –
Hallo Silja,

Ich habe es so gelesen, daß sie die Religion in der Brust / im Herzen mit dem Steuermann auf dem Schiff vergleicht. Also: Soll der Glaube in der Brust bleiben, wie der Steuermann / Lotse in stürmischer See das Schiff nicht verläßt.

Etwas im Unklaren bin ich mir über des 'vessel'. Ich denke es ist bewußt doppeldeutig gehalten, sowohl als Schiffstyp wie auch als (Blut-)Gefäß = Herz.

LG ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
11.11.2007 11:44
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Silja Offline
Eleve
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Beiträge: 464
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #4
RE: Susan Evance: O That religion in that breast did dwell! –
Hallo Zaunkönig,
ich sehe, was du meinst. Aber meiner Ansicht nach ist es ganz ausgeschlossen, dass das 'he' sich auf 'religion' bezieht, die ja im Englischen in keiner Weise männlich sein kann.

Und das würde auch nicht das Problem lösen, dass 'that' breast nicht ihre eigene Brust sein kann. Das 'he' muss also mit 'that breast' zusammenkommen. Und derjenige, hier noch nicht näher bezeichnete, ist es dann auch, der sich 'wie ein Seemann' über den Schiffsrand beugt usw.
Ich lese die Eingangszeile auch eher so, "ach wenn er doch nur eine Religion hätte..."
Von 'bleiben' würde ich da auch nicht sprechen, denn er hat sie ja offenbar gerade nicht. Und so kommt sie dann am Ende zu dem Schluss, dass der Mensch einen Lotsen (nämlich die Religon) braucht, der das Lebensschiff in den sicheren Hafen führt.
12.11.2007 02:25
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ZaunköniG Offline
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Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #5
RE: Susan Evance: O That religion in that breast did dwell! –
Dann würde ich aber dafür plädieren, daß es ein echter Seemann ist, der zwar weiß sein Schiff zu führen, aber nicht sein eigenes Leben:



Ach, wär nur Religion in seinem Leib! -
Vom Bug aus schaut er auf des Meeres Weiten
und führt den alten Pott durch die Gezeiten.
Kannst du erkennen was dies Bild beschreibt?

Könnt’st du das Herz in seinem Busen sehen;
Es ist von Leidenschaften wild umtost,
noch keinem harten Schicksal zugelost,
doch will vor Ungeduld beinah vergehen.

Verirrt in den Gedanken – „Was wohl wäre?“
doch jeder Zweifel wird dafür Beleg:
Des Menschen Leib ist eine Geisterfähre.

Er braucht den Lotsen für den rechten Weg
im Auf und Ab des Lebens Sturmgewalten,
um einst die sichre Zuflucht zu erhalten.




LG ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
13.11.2007 22:25
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Silja Offline
Eleve
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Beiträge: 464
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #6
RE: Susan Evance: O That religion in that breast did dwell! –
Hallo Zaunkönig,
prima, so hast du es ja sehr gut umgearbeitet. "that aspect" in Zeile 4 würde ich vielleicht eher mit 'sein Blick' übersetzen, denn es bezieht sich wohl auf das Aussehen bzw. die Miene des wilden Gesellen. Ich habe das gerade auch noch mal nachgeschlagen, um mich zu vergewissern.

Ansonsten, bravo!
13.11.2007 22:34
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #7
RE: Susan Evance: O That religion in that breast did dwell! –
Hallo Silja,

Erkennst du, was sein Minenspiel beschreibt?

LG ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
13.11.2007 22:41
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Silja Offline
Eleve
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Beiträge: 464
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #8
RE: Susan Evance: O That religion in that breast did dwell! –
Oh ja, sehr schön. Fehlt nur das 'e' in Mienenspiel.
13.11.2007 22:46
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