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Charles Baudelaire: A une passante
ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #18
RE: Charles Baudelaire: A une passante
Hallo Lomano,

Beim Orkan stört mich der fehlende Artikel nicht. es ist ja kein Bestimmter, konkreter Orkan gemeint, sondern Orkan als Phänomen.
"Ich habe auf Sand gebaut" kommt auch ohne Artikel aus.
Bei den Schlußzeilen gefällt mir die vorletzte Version am besten, wobei ich "...die mich verstand" schreiben würde. "...die es verstand" klingt mir zu abstrakt, nach einer allgemeinen Menschenkenntnis. Hier aber geht es um das konkrete und spontane erkennen des Anderen, selbst wenn es nicht wirklich bewußt geschieht, um ein "sich auf einer Wellenlänge begegnen."

Insgesamt ist es ein solides Stück.
Schwächer finde ich das Reimpaar fast/Last:

"fast" nimmt dem Satz die Intensität des Unmittelbaren, die ich für diesen Text für wichtig halte.
Die Last, an der sie litt sollte sich auf ihre Trauer beziehen. Bei dir bezieht sie sich auf den Rocksaum, was der Frau im Grunde ihre Anmut nimmt. Der Eindruck soll doch sein, dass sie trotz ihrer Trauer Haltung bewahrt. Ein schwerer Rock, der auch physisch an ihr zerrt, passt da nicht.

Die Unwissenheit der Frau ist ja nur die Spiegelung der eigenen Unwissenheit, die so nochmal verstärkt wird. Die Situation an sich ist ja klar: Natürlich wissen zwei Fremde nicht voneinander wohin... Man kann praktisch nie jedes Detail herüberretten. An dieser Stelle finde ich es nicht weiter schlimm. Die Schlüsselstellen sind andere.


Liebe Grüße

ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
23.10.2014 16:36
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RE: Charles Baudelaire: A une passante - ZaunköniG - 23.10.2014 16:36



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