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Charles Baudelaire: Un Fantôme 1 - Les Tenebres
Sneaky Offline
Metrik-Matador
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Beiträge: 1.616
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
Frankreich Charles Baudelaire: Un Fantôme 1 - Les Tenebres
Les Ténèbres
Dans les caveaux d'insondable tristesse
Où le Destin m'a déjà relégué;
Où jamais n'entre un rayon rose et gai;
Où, seul avec la Nuit, maussade hôtesse,
Je suis comme un peintre qu'un Dieu moqueur
Condamne à peindre, hélas! sur les ténèbres;
Où, cuisinier aux appétits funèbres,
Je fais bouillir et je mange mon coeur,
Par instants brille, et s'allonge, et s'étale
Un spectre fait de grâce et de splendeur.
À sa rêveuse allure orientale,
Quand il atteint sa totale grandeur,
Je reconnais ma belle visiteuse:
C'est Elle! noire et pourtant lumineuse.

Dunkelheit

In Kellern bodenloser Traurigkeit
die mir das Schicksal zugewiesen hat,
die lichtlos bleiben, niemals sonnensatt,
bin ich ein Gast der wüsten Nacht allzeit,
ein Maler den ein böser Gott in Dunkelheit
verstieß, der Schwarz in Schwarz die Leinwand sieht,
und gleich dem Koch den`s s zu Makabrem zieht
brat ich mein Herz, halt mir`s zum Mahl bereit.

Doch ist dort manchmal etwas. das fast spricht,
von Glanz und Anmut, das rings um sich greift,
in fremdem, ostländischem Sein.
Ist es zu vollster Innigkeit gereift,
erkenne ich die Fee, sie lädt mich ein,
zu einem Schwarz, durchtränkt von hellstem Licht.

Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
16.01.2008 15:28
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 4.915
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #2
RE: Charles Baudelaire: Les Tenebres
Hallo sneaky,

Die Zeilen 7/8 klingen irgendwie gar nicht nach Baudelaire. Ist es nicht eher so, daß er sein Herz selbst ißt / verzehrt?

Außerdem ist mit aufgefallen, daß du nach Zeile 11 einen Punkt setzt, wo im Original nur ein Komma ist. Nach meinem Sprachgefühl gehört da auch in deiner Version ein Komma hin.

LG ZaunköniGKopfkratz

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
16.01.2008 17:37
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Sneaky Offline
Metrik-Matador
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Beiträge: 1.616
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #3
RE: Charles Baudelaire: Les Tenebres
Hallo zaunkönig,

mit meinem Französisch ist es schlecht bestellt. Das "Rohgerüst" sozusagen ist immer einem Sprachtool zu verdanken, die Ausformulierung mache ich dann. Es ist da eher wahrscheinlich als möglich, dass ich danebenhaue. Bei den Zeilen 7 - 8 waren die Worte mir "bekannt" cousine und funebres (engls. funeral) sowie coeur und bouillir sind ja nicht so weit weg und mange kannte ich aus dem Voudoun (mange majeurs) bin ich dann auf meine Version gekommen.

Da kann ich auch gleich fragen, ob ich solche "Versuche" zukünftig nicht mehr posten soll, ist ja nicht meine geistige Anstrengung, die`s übersetzt hat sondern ein Sprachtool?

Gruß

Sneaky

Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
17.01.2008 13:46
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 4.915
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #4
RE: Charles Baudelaire: Les Tenebres
Hallo sneaky,

Ich kann und will dir nicht vorschreiben, welche Hilfsmittel du verwenden sollst oder nicht, mal abgesehen davon, daß ich es eh nicht kontrollieren kann.
Wenn ich mit meinen Nichtkenntnissen jedes Wort einzeln nachschlage, komme ich auch zu keinen besseren Ergebnissen, als ein Sprachtool dir auswirft. Die Frage ist wie man das Gehäcksel dann interpretiert und wieder in Zusammenhang bringt. Und wenn du eine bestehende Interlinear- oder Prosaübersetzung mitverwendest oder dich gar an einer fremden freien Nachdichtung abarbeitest ist das für mich auch legitim. Das machen wir ja oft genug auch gegenseitig.

LG ZaunköniG
Dichter

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 17.01.2008 14:37 von ZaunköniG.)
17.01.2008 14:17
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
****

Beiträge: 4.915
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #5
RE: Charles Baudelaire: Les Tenebres
Die Dunkelheit

In den Cavernen unergründlicher Tristess,
(mein Schicksal wies mich in die Dunkelkammer ein)
die nie erreicht des Morgens zarter rosa Schein,
alleine mit der Nacht, der launischen Hostess,

bin ich ein Maler, dessen hohnverliebter Gott
die Kohle reicht und wählt die schwarze Leinwand aus;
wo mir ein Koch zum alltäglichen Trauerschmaus
mein eignes Herz serviert zu essen, gut gesotten.

Da blitzen mir Momente auf und werden lang;
Ein weites Feld von Pracht und Anmut liegt darin.
In solchen Träumen, ostwärts richte ich den Gang,
doch einmal aufgerichtet, sichtbar voll und ganz,
erkenne ich die Anmut der Besucherin,
der Fee des Ostens, schwarz in mythisch hellem Glanz.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
10.04.2009 16:06
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