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Arthur Hugh Clough: The Shady Lane
ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
GB Arthur Hugh Clough: The Shady Lane
Arthur Hugh Clough (1819-1861)
The Shady Lane

Whence comest thou, shady lane? and why and how?
Thou, where with idle heart ten years ago
I wandered and with childhood's paces slow,
So long unthought of, and remembered now.
Again in vision clear thy pathwayed side
I tread, and view thy orchard plots again
With yellow fruitage hung,--and glimmering grain
Standing or shocked through the thick hedge espied.

This hot still noon of August brings the sight;
This quelling silence as of eve or night,
Wherein earth (feeling as a mother will
After her travail's latest bitterest throes)
Looks up, so seemeth it one half repose,
One half in effort, straining, suffering still.



Die versteckte Gasse

Von wo kamst du? Warum? Ein Dutzend Jahr
mag's her sein, daß ich hier mit trägem Herz
geschlendert bin, als Kind, nur nasewärts.
Lang unbeachtet, werd' ich dich gewahr.

In der Vision kann ich wie eh mich sehen;
den Apfelgarten schaue ich dort vorn,
prall gelb behangen, goldne Garben Korn
kann ich durch jene Hecke dort erspähen.

Der Heiße Mittag hat's ans Licht gebracht;
Die Stille wie in Abend oder Nacht.
Die Erde (so wie eine Mutter will
die späten bittren Schmerzen ihrer Wehen)
so scheint's, kann nur in halber Ruh bestehen,
und halber Mühe, drückend, leidend, still.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 16.05.2010 00:43 von ZaunköniG.)
24.01.2008 13:02
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Silja Offline
Eleve
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Beiträge: 464
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #2
RE: Arthur Hugh Clough: The Shady Lane
Hallo Zaunkönig,
ein stimmungsvolles Sonett, das du auch sehr schön übertragen hast. Nur in Zeile 11 und 12 stimmt doch etwas nicht, denn die Mutter "will" ja ihre Wehenschmerzen nicht, sondern die Erde "fühlt sich so wie eine Mutter [sich fühlen würde] nach ihren Wehen". Dieses Fühlen hast du unterschlagen, und darum stimmt der Bezug nicht mehr so recht. Vielleicht kannst du das noch reparieren.

Ansonsten sehr schön.

Gruss
Silja
24.01.2008 20:40
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 5.186
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #3
RE: Arthur Hugh Clough: The Shady Lane
Hallo Silja,

Wenn ich sage, daß die Sonne im Winter früher untergehen will, so fasse ich den Willen philosophisch als eine der Sonne 'immanente Bewegung oder Ziel' auf, so auch hier die Mutter die zwar nicht um der Schmerzen selbst Willen die Wehen will, sie aber um des Kindes Willen bewußt in Kauf nimmt und so den Willen ihres Schicksals zu ihrem eigenen macht.

Das ist zwar eine etwas abstrakte Sichtweise, und trifft das Original auch nicht 100prozentig aber ich hielt das für zulässig.
Wie dem auch sei, ich schaue es mir die Stelle nochmal an.

LG ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
24.01.2008 21:00
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 5.186
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #4
RE: Arthur Hugh Clough: The Shady Lane
Die versteckte Gasse

Von wo kamst du? Warum? Ein Dutzend Jahr
mag's her sein, daß ich hier mit trägem Herz
geschlendert bin, als Kind, nur nasewärts.
Lang unbeachtet, werd' ich dich gewahr.

In der Vision kann ich wie eh mich sehen;
den Apfelgarten schaue ich dort vorn,
prall gelb behangen, goldne Garben Korn
kann ich durch jene Hecke dort erspähen.

Der heiße Mittag hat's ans Licht gebracht;
Die Stille wie in Abend oder Nacht.
Gefühl, wie's eine Frau im Kindbett hat,
in späten bittren Schmerzen ihrer Wehen,
so schaut die Erde, ruhig durchzustehen
die schweren Mühen, drückend, leidend, matt.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
25.01.2008 12:42
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