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DAS GEHEIMNIS DES JOHANNES I
Salamandra Offline
Federgewicht
*****

Beiträge: 48
Registriert seit: Jun 2007
Beitrag #1
DAS GEHEIMNIS DES JOHANNES I
War ein Kind, als ich zu dir gekommen,
war ein Blatt im Wind und war allein.
Doch ich durft' im Glanze Gottes sein,
weil du, Herr, mich zu dir hast genommen.

Fleischgewordnes Wort aus alter Zeit,
tiefster grund der Schöpfung, Licht der Erde,
mach, daß unser bald der Himmel werde.
Für die Liebe, Vater, will ich streiten.

Hast im Tod zum Bruder mich erhoben,
als du zu Maria sprachst: "Dein Sohn."
"Deine Mutter." So ward ich zum Kinde.

Hab in dunkeln Träumen mich verloren,
in Zeit und Zukunft. Herr, war dies mein Lohn,
daß den Weg zurück ich niemals finde?

Gliding o'er all, through all,
Throug Nature, Time, and Space,
As a Ship on the waters advancing,
The voyage of the soul - not life alone,
Death, many deaths I'll sing.
(Walt Whitman)
29.01.2008 12:37
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
****

Beiträge: 5.006
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #2
RE: DAS GEHEIMNIS DES JOHANNES I
Hallo Salamandra,

Hier hast du eine andere Perspektive gewählt. Anders als bei Petrus und Judas spricht hier nicht die Titelgebende Person, sondern Jesus, was hier erst in den Terzinen erkennbar wird. Kannst du vielleicht früher deutlich machen, wer spricht? Notfalls in der Überschrift, oder einem Untertitel.

LG ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
29.01.2008 23:14
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Salamandra Offline
Federgewicht
*****

Beiträge: 48
Registriert seit: Jun 2007
Beitrag #3
RE: DAS GEHEIMNIS DES JOHANNES I
Lieber Zaunkönig!

Ich bin jetzt sehr betroffen, weil ich versucht habe, auch in diesem Gedicht den Jünger zu Wort kommen zu lassen.
"War ein Kind..." Johannes war der jüngste unter den Jüngern. Zum Zeitpunkt der Kreuzigung war er wohl gerade 16 Jahre (mithin halb so alt wie der Heiland) alt.
"Fleichgewordnes Wort..." Das soll eine Anspielung auf das Johannes-Evangelium sein, wo es heißt: "Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gelebt." Damit bezieht er sich auf Jesus.

In der ersten Terzine wollte ich die Stelle wiedergeben kurz vor dem Kreuzestod Jesu. Maria, die Mutter, und Johannes stehen vor dem Kreuz, und Jesus sagt zu Maria: "Frau, siehe, das ist dein Sohn." Damit meint er Johannes. Und zu Johannes sagt er: "Siehe, das ist deine Mutter." (Damit meint er Maria.
Dadurch auch dieses "Hast zu deinem Bruder mich erhoben", weil er ihn durch sein Wort zum Sohn Mariä erklärt.

Gibt es denn ein Möglichkeit, den Text eindeutiger zu verfassen?
Aus welchen Textstellen heraus hast du deine Lesart abgeleitet?

Danke und viele Grüße,
Salamandra

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(Walt Whitman)
31.01.2008 10:29
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Silja Offline
Eleve
****

Beiträge: 464
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #4
RE: DAS GEHEIMNIS DES JOHANNES I
Hallo Salamandra,
da würde ich mir an deiner Stelle mal nicht gar zu viele Sorgen machen. Ich glaube, hier hat Zaunkönig einfach ein wenig auf der Leitung gestanden, das kann ja vorkommen. Oder vielleicht waren ihm die genannten Bibelstellen nicht so geläufig.

Ich finde jedenfalls, dass deine Absicht, hier den Johannes selbst zu Wort kommen zu lassen, durchaus deutlich wird. Auf die Idee, dass Jesus hier spricht, wäre ich nicht gekommen. Die von dir genannten Bezüge zum Johannes-Evangelium sind doch sehr klar. Und im Titel steht es ja auch schon.

Kommen da wohl alle Zwölfe an die Reihe? Sehr schön zu lesen!

Viele Grüße
Silja
31.01.2008 12:06
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
****

Beiträge: 5.006
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #5
RE: DAS GEHEIMNIS DES JOHANNES I
Ups,

Ich hätte mich selber eigentlich für Bibelfester gehalten. Mein Mißverständnis ist im Grunde leicht erklärt: Bei 'Johannes' dachte ich zunächst an den Täufer...

LG ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
31.01.2008 12:47
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