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William Shakespeare: 002
ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
Gb-England William Shakespeare: 002
2

When forty winters shall besiege thy brow
And dig deep trenches in thy beauty’s field,
Thy youth’s proud livery, so gaz’d on now,
Will be a tatter’d weed of small worth held.

Then being ask’d where all thy beauty lies,
Where all the treasure of thy lusty days,
To say, within thine own deep-sunken eyes
Were an all-eating shame and thriftless praise.

How much more praise deserv’d thy beauty’s use,
If thou couldst answer “This fair child of mine
Shall sum my count and make my old excuse,’
Proving his beauty by succession thine.

This were to be new made when thou art old,
And see thy blood warm when thou feel’st it cold.



2

Stehn einst auf Deiner Stirn auch vierzig Jahr
und Furchen graben sich in dein Gesicht,
erstarrt Dein stolzes Antlitz, wie es war,
ergraut, verräts den schmalen Restwert nicht.

Dann fragst Du Dich, wo all die Schönheit blieb,
wo all die Schätze deiner Jugend sind.
Und fragst wohin dein trübes Auge trieb,
das nicht mehr frei, naiv staunt, wie ein Kind.

Wieviel erstaunlicher ist deine Tat,
kannst du doch fragen: „Wo hab ich gefehlt?“
Prüft jede Rechnung, jeden schlichten Rat’.
Dein schönes Leben wird zum Schluß gezählt.

Damit du dich erneuerst, wurd’st du alt.
Sieh warm dein Blut, fühlst du es auch schon kalt.



.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10.07.2016 11:39 von ZaunköniG.)
24.02.2008 08:45
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Sneaky Offline
Metrik-Matador
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Beiträge: 1.616
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #2
RE: William Shakespeare: 02
Hallo Zaunkönig,

Shakespeare Smile, mit dem hats bei mir mit Übersetzen angefangen.

Bei der ÜBertragung gefällt mir deine letzte Terzine nicht. Da fehlt mir das angesprochene Kind, der Erbe, der das weiterträgt, was der Vater ihm vererbt hat. Ich kram mal nach meiner ÜBertragung und stell se dahinter. ISt allerdings schon alt, 5 oder6 Jahre bestimmt schon.

Gruß

Sneaky

Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
24.02.2008 19:43
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Sneaky Offline
Metrik-Matador
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Beiträge: 1.616
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #3
RE: William Shakespeare: 02
Wenn vierzig Winter deine Brauen kennen,
dein Ebenmaß mit Furchen tief durchpflügen,
wird Jugend, die wir jetzt noch strahlend nennen,
verblühtes Kraut sein, billiges Vergnügen.

Fragt man, wohin die Schönheit dir entschwunden,
die Kraft und Anmut aus den frischen Tagen,
sprichst dann: in hohle Augen eingebunden,
hieß es nicht schändlich loben, dies zu sagen?

Das wäre Schönheit nach dem Sinn verschwenden,
könnt`st sagen du: dies` schöne Kind ist meines,
soll Zeugnis sein für mich, sind schwach die Lenden,
was schön an ihm ist, ist durch Erbe seines.

Das hieße Neues aus dem Alten gießen,
und wärmte dich, fühlt`st kalt dein Blut Du fließen.

Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
24.02.2008 19:44
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 4.915
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #4
RE: William Shakespeare: 02
Hallo Sneaky,

Ja, mit Shakespeare hatte es auch bei mir angefangen, und von marginalen Korrekturen abgesehen, ist meine Fassung genauso alt.
Ich denke, daß die Schlußzeilen (das Couplet) deutlich genug sind, wenn man den ganzen Zyklus betrachtet. Zumindest ist der Anschluß an das erste Sonett überdeutlich. Oder meinst du die Zeile 10 (Das letzte Quartett)? Da bin ich in der Tat zu weit vom Kurs abgekommen.

Nun aber zu deiner Fassung:

Das Bild der Schwachen Lenden halte ich für problematisch. Gerade die Lenden stehen doch für die Zeugungskraft, nicht für die Schönheit. Der angesprochene soll aber gerade davon überzeugt werden, daß sie wichtig sind, auch seine Schönheit zu erhalten.
Ansonsten ist es an manchen stellen recht holprig, aber das wirst du mit dem Abstand von 5 oder 6 Jahren wohl selbst sehen.

LG ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
24.02.2008 20:06
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 4.915
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #5
RE: William Shakespeare: 02
2

Stehn einst auf Deiner Stirn auch vierzig Jahr
und Furchen graben sich in dein Gesicht,
erstarrt Dein Antlitz, das so stolz einst war,
ergraut, verräts den schmalen Restwert nicht.

Dann fragst Du Dich, wo all die Schönheit blieb,
wo all die Schätze deiner Jugend sind.
Und fragst wohin dein trübes Auge trieb,
das nicht mehr frei, naiv staunt, wie ein Kind.

Mehr Lob erwirbt die Schönheit durch Gebrauch,
kannst du doch sagen: "Dieses Kind ist mein,
des Lebens Summe und entschuldigt auch
mein Alter!" Deine Schönheit wäre sein.

Damit du dich erneuerst, wurd’st du alt.
Dann siehst du warm dein Blut, fühlst du's auch kalt.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
27.02.2008 17:41
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