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John Westland Marston: Mine
ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 5.189
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
GB John Westland Marston: Mine
John Westland Marston
1819–1890

Mine

In that tranced hush when sound sank awed to rest,
Ere from her spirit's rose-red, rose-sweet gate
Came forth to me her royal word of fate,
Did she sigh "Yes," and droop upon my breast;
While round our rapture, dumb, fixed, unexpressed
By the seized senses, there did fluctuate
The plaintive surges of our mortal state,
Tempering the poignant ecstasy too blest.
Do I wake into a dream, or have we twain,
Lured by soft wiles to some unconscious crime,
Dared joys forbid to man? Oh, Light supreme,
Upon our brows transfiguring glory rain,
Nor let the sword of thy just angel gleam
On two who entered heaven before their time!



Mein

In die verträumte Stille, - die Musik verklingt,
bevor aus ihrer rosenroten zarten Pforte,
das edelste hervortritt aller Schicksalsworte, -
seufzt sie ihr "Ja", eh sie in meine Brust versinkt.

Als noch rings um uns Staunen und Entzücken währt,
sich hoch die Wogen der ergriffnen Sinne heben,
die so oft fluktuier'n in unsrem Erdenleben
bemäßigt sich das Glück schon, das wir hoch geehrt.

Erwachen wir zum Traum? Im selben für uns beide?
Sind wir von uns nur sanft geködert, selbst belogen
um Dinge die uns nicht erlaubt sind? - Höchstes Licht,

das über uns verklärt den hellen Regenbogen,
Laß nur das Schwert von deines Engels Schein noch nicht
für uns, die früh den Himmel sahen aus der Scheide!

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 16.05.2010 01:00 von ZaunköniG.)
03.03.2008 11:32
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Silja Offline
Eleve
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Beiträge: 464
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #2
RE: John Westland Marston: Mine
Hallo Zaunkönig,
und noch eins, das meiner Aufmerksamkeit entgangen ist.

Wiederum, insgesamt gut gelungen. War es wirklich nötig, die Zeilen zu verlängern? An manchen Stellen kommen sie mir fast 'zu' lang vor.
Ich bin nicht sicher, ob in der Eingangszeile wirklich Musik gemeint ist und nicht etwa der Klang seiner Stimme bei dem Heiratsantrag. Da würde ich "als das Wort verklingt" in Betracht ziehen.

Zeile 4: *an* meine Brust, überhaupt finde ich 'versinkt' nicht so ganz treffend. Ließe sich da nichts mit 'an die Brust mir sinkt' machen?
Zeile 10: 'von sanfter List geködert' - nicht von sich selbst
Überhaupt sehe ich hier einen Anklang an das Paradies, also dass sie unwissentlich verführt wurden, *unerlaubte Freuden zu kosten*. Mit "Dingen" ist es hier sicher nicht getan.

Und das höchste Licht wird in der gesamten letzten Terzine direkt angesprochen. Du könntest diese Zeile also auch mit 'lass' oder 'dass' beginnen, und dann in Zeile 13 auch den Racheengel (Rache hat wohl sprachlich mit 'gerecht' zu tun?) hereinbringen. Der würde dir sogar ein paar Silben sparen, denn 'von deines Engels Schein' will mir nicht so recht gefallen. Es ist ja der blitzende Schein des Schwertes des Engels.

Also noch ein wenig nachpolieren, aber nichts Wesentliches.

LG Silja
21.10.2008 06:31
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 5.189
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #3
RE: John Westland Marston: Mine
Hallo Silja,

An manchen Stellen zu lang, hast du sicherlich Recht, aber in manchen Zeilen brauchte ich die zusätzlichen Silben, und dann bevorzuge ich doch ein einheitliches Versmaß.

Deine Vorschläge übernehme ich gerne.
In Zeile 13 würde ich aber auf den Racheengel verzichten. Sowohl in meinen Bibelausgaben, als auch in der Thora ist nur von dem Kerubim die Rede, der mit dem Flammenschwert den Eingang bewacht. Von Rache ist nirgends die Rede. Das "just" bedeutet hier wohl einfach "gerecht", das als Atribut das wohl jedem Engel gebührt. Nun da ich die Stelle nochmal nachschlug, eröffnet sich allerdings die Chance, genauer zu sein als das Original...

LG ZaunköniG

Mein

In die verträumte Stille, - die Musik verklingt,
bevor aus ihrer rosenroten zarten Pforte,
das edelste hervortritt aller Schicksalsworte, -
seufzt sie ihr "Ja", eh sie in meine Arme sinkt.

Als noch rings um uns Staunen und Entzücken währt,
sich hoch die Wogen der ergriffnen Sinne heben,
die so oft fluktuier'n in unsrem Erdenleben
bemäßigt sich das Glück schon, das wir hoch geehrt.

Erwachen wir zum Traum? Im selben für uns beide?
Sind wir von sanfter List geködert, selbst betrogen
um Freuden die uns nicht erlaubt sind? - Höchstes Licht,

daß über uns verklärt den hellen Regenbogen,
Laß nur das Flammenschwert des Cherubim noch nicht
für uns, die früh den Himmel sahen, aus der Scheide!

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
22.10.2008 20:05
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Silja Offline
Eleve
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Beiträge: 464
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #4
RE: John Westland Marston: Mine
Hallo Zaunkönig,
ja, sehr schön so.
Und du wolltest bei der Musik in der Eingangszeile bleiben?

LG Silja
22.10.2008 22:10
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 5.189
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #5
RE: John Westland Marston: Mine
Hallo Silja,

Wenn ich die Eingangszeile auf das Jawort beziehe, so müßte dieses doch viel berückender in seinen Ohren klingen, als alle Worte die vielleicht zuvor gewechselt wurden. Ich denke hier eher an Orgelklänge, an den Hochzeitsmarsch etwa, der, wenn die beiden vor dem Altar stehen verklingt. Feierliche Stille tritt ein bevor sie einander das Jawort geben.
Ich würde die Musik gerne behalten.

LG ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
23.10.2008 11:32
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Silja Offline
Eleve
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Beiträge: 464
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #6
RE: John Westland Marston: Mine
Hallo Zaunkönig,
ich verstehe die Eingangszeile eigentlich eher als den eigentlichen Heiratsantrag, wo dann die spannungsvolle Stille eintritt und er mit angehaltenem Atem auf ihre Antwort wartet. Wenn man in der Kirche steht, ist ja schon alles abgesprochen und nicht mehr viel Spannung da, ob sie denn nun auch wirklich Ja sagt.
Aber wie dem auch sei, die Musik kann man ja durchaus auch metaphorisch verstehen. Insofern habe ich da keine starken Einwände. Es war nur so ein Gedanke.

LG Silja
23.10.2008 11:52
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