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Sydney Dobbell: The Common Grave
ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
****

Beiträge: 5.140
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
GB Sydney Dobbell: The Common Grave
Sydney Dobbell
1824 - 1874

THE COMMON GRAVE.

LAST night beneath the foreign stars I stood,
And saw the thoughts of those at home go by
To the great grave upon the hill of blood.
Upon the darkness they went visibly,
Each in the vesture of its own distress.
Among them there came One, frail as a sigh,
And like a creature of the wilderness
Dug with her bleeding hands. She neither cried
Nor wept ; nor did she see the many stark
And dead that lay unburied at her side.
All night she toiled ; and at that time of dawn,
When Day and Night do change their More and Less,
And Day is More, I saw the melting Dark
Stir to the last, and knew she laboured on.


Das Massengrab

Heut Nacht sah ich in fremdem Sternenlicht
die Schar Gedanken derer heimwärts fliegen,
die in dem Grab am Berg des Blutes liegen.
Den Zug verbarg kein Dunkel meiner Sicht,

ein jeder in den Kleidern seiner Qual.
So seufzerschwach zog eine durch die Flur,
wie eine wilde dumpfe Kreatur.
Sie grub mit bloßen Händen, die nicht mal

kurz schrie, noch weinte, noch sah sie die steifen
Leichname rings um sie zu allen Seiten.
Sie plagt sich nächtlich bis zum frühen Tagen,

wenn Nacht und Tag fahl ineinander greifen.
Der neue Tag vertreibt die Dunkelheiten
und weiß, sie wird sich immer weiter plagen.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 16.05.2010 00:44 von ZaunköniG.)
01.04.2008 19:34
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Sneaky Offline
Metrik-Matador
*

Beiträge: 1.623
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #2
RE: Sydney Dobbell: The Common Grave
Hallo Zaunkönig,

m.E. hast du in Zeilen zwei und drei einen Dreher drin. Nach deiner Übersetzung ziehen die Gedanken der Gefallenen heimwärts.

Ich les das so: die Gedanken derer die zuhaus geblieben (at home) vorübergehen zu dem Massengrab (go by to the great grave..)

In Zeile 8 bin ich kurz gestolpert, über "Hände, die nicht mal/kurz schrie. Da hab ich das "die" zuerst auf Hände bezogen, was von dem Umbruch auch noch unterstützt wird.
Das könnte mit einer kleinen Umstellung "Mit bloßen Händen grub sie, die nicht mal"
ausgebügelt werden, wobei ein interner Singsangreim entstehen würde "sie die".

Falsch ist die Stelle ja nicht, nur kurz missverständlich.

Wäre interessant, zu wissen ob das im Hinblick auf die Afghanistankriege Englands entstanden ist. Die fremden Sterne, auf die der ERzähler hinweist, scheinen das Massengrab außerhalb Englands anzusiedeln. Mal googeln, obs da was wissenswertes zu finden gibt.

Gruß

Sneaky

P.S.

Hab nix über den Hintergrund gefunden, grad schad.

Never sigh for a better world it`s already composed, played and told
02.04.2008 19:03
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
****

Beiträge: 5.140
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #3
RE: Sydney Dobbell: The Common Grave
Hallo sneaky,

Ich muß dir Recht geben in beiden Punkten. Deinen Vorschlag für Zeile 8 übernehme ich einfach mal.
Um den Hintergrund zu ermitteln wäre zunächst eine genaue Datierung des Textes nötig. Ich vermute daß er zum Krimkrieg entstanden ist. Ist aber letzlich nicht so wichtig.
Für mich ist es ein generelles Antikriegsgedicht, das genauso auf den 30-jährigen Krieg, die beiden Weltkriege, den Amerikanischen Bürgerkrieg oder Vietnam bezogen werden kann.

LG ZaunköniG


Das Massengrab

Heut Nacht sah ich in fremdem Sternenlicht
Gedanken all der heimgebliebnen fliegen,
zu denen, die im Grab am Blutberg liegen.

Den Zug verbarg kein Dunkel meiner Sicht,

ein jeder in den Kleidern seiner Qual.
So seufzerschwach zog eine durch die Flur,
wie eine wilde dumpfe Kreatur.
Mit bloßen Händen grub sie, die nicht mal

kurz schrie, noch weinte, noch sah sie die steifen
Leichname rings um sie zu allen Seiten.
Sie plagt sich nächtlich bis zum frühen Tagen,

wenn Nacht und Tag fahl ineinander greifen.
Der neue Tag vertreibt die Dunkelheiten
und weiß, sie wird sich immer weiter plagen.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
03.04.2008 09:17
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