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Adam Mickiewicz: Bakczysaraj w nocy
ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
Polen Adam Mickiewicz: Bakczysaraj w nocy
Bakczysaraj w nocy

Rozchodzą się z dżamidów pobożni mieszkańce,
Odgłos izanu w cichym gubi się wieczorze,
Zawstydziło się licem rubinowym zorze,
Srebrny król nocy dąży spocząć przy kochance.

Błyszczą w haremie niebios wieczne gwiazd kagańce,
Śród nich po safirowym żegluje przestworze
Jeden obłok, jak senny łabędź na jeziorze,
Pierś ma białą, a złotem malowane krańce.

Tu cień pada z menaru i wierzchu cyprysa,
Dalej czernią się kołem olbrzymy granitu,
Jak szatany siedzące w dywanie Eblisa

Pod namiotem ciemności; niekiedy z ich szczytu
Budzi się błyskawica i pędem farysa
Przelatuje milczące pustynie błekitu.



Baktschi Sarai bei Nacht

Die Gläubigen zersteun sich wieder übers Land
zum Abend. Es verhallt der Ruf des Muezzin.
Und schüchtern setzt sich, seine Wangen sind rubin,
der Fürst der Nacht an seiner Liebsten Bettenrand.

Es glänzt des Himmels Harem stets als Sternenband,
darin, auf blauem Grund, zieht eine Wolke hin,
so wie die Schwäne über tiefes Wasser ziehn,
mit weißer Brust und goldumrandeten Gewand.

Der Schatten fällt von Minaretten und Zypressen,
Dahinter hebt sich schwarz der riesige Granit;
der hockt auf Iblis’ Divan, wie von ihm besessen

im Zelt der Finsternis; mitunter aber sieht
man grelle Blitze, pfeilschnell zu durchmessen
die stille blaue Wüste über dem Zenit.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.11.2011 13:07 von ZaunköniG.)
27.04.2008 09:33
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Sneaky Offline
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Beitrag #2
RE: Adam Mickiewicz: Bakczysaraj w nocy
Hallo Zaunkönig,

diese Sonette von M. sind sehr schön, schade dass ich kein Wort Polnisch kann und auch keine Wortmelodie dazu habe. Bei dieser Übertragung scheints mir aber verwunderlich, dass der "Fürst der Nacht" rubinene Wangen haben soll. Die Abenddämmerung / den Sonnenuntergang als Aspekt des Fürsten der Nacht zu sehen fällt mir schwer.

In der zweiten Terzine ist es mir ab "mitunter aber sieht man grelle Blitze pfeilschnell zu durchmessen " zu fragmentarisch. Man sieht die Blitze ..zu durchmessen?

Insgesamt finde ich es sehr schade, dass ich nicht mehr Resonanz bieten kann, außer dem stillen Lesen. Das muss ne Riesenarbeit sein, sich in dieser Sprache zu bewegen.

Gruß

Sneaky

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27.04.2008 11:01
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beitrag #3
RE: Adam Mickiewicz: Bakczysaraj w nocy
Hallo Sneaky,

Mit dem Fürsten der Nacht ist nicht etwa Luzifer gemeint als ein Herrscher über das Reich der Finsternis. Hier ist es wohl eher der Mond, der über seinen Harem von tausend Sternen wacht.

Zitat:Man sieht die Blitze ..zu durchmessen?
Grammatisch ist die Stelle etwas kompliziert geraten um sie wirklich flüssig lesen zu können, aber der Satz ist mit "durchmessen" nicht zuende.

Ja, Arbeit war es, zumal ich dort keine Hilfe hatte, wie jetzt z. B. bei Tschernichowski. Nachdem ich mittlerweile auch andere Nachdichtungen von Mickiewicz gelesen habe, stelle ich fest, daß mir das Polnische wohl mehr liegt als das eigentlich näher mit dem Deutschen verwandte Französisch.

LG ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
27.04.2008 14:37
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Sneaky Offline
Metrik-Matador
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Beitrag #4
RE: Adam Mickiewicz: Bakczysaraj w nocy
Hallo zaunkönig,

ich hab den Fürst der Nacht nicht synonym für Luzifer gelesen, sondern für das Gegenstück zu z.b. dem "Sonnengott". Da frag ich mich, wie der rosige Wangen haben kann, weil ich da eine Trennung vornehme zwischen Tag und Nacht. Dämmerung ist etwas eigenständiges für mich, das zwischen beiden liegt, wogegen mir die rosigen Wangen nahelegen, dass das ein Teilaspekt der Nacht sein soll. Aber das ist mehr meine enge Lesart.

Bei dem beanstandeten Satz krieg ich das "zu" nicht unter. Wäre der Satz

man grelle Blitze, die pfeilschnell durchmessen oder das "zu" weggelassen und
..pfeilschnell durchmessen
sie..

dann wärs für mich logisch.

Gruß

Sneaky

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27.04.2008 15:31
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #5
RE: Adam Mickiewicz: Bakczysaraj w nocy
Hallo sneaky

"Die Blitze sind pfeilschnell, um die blaue Wüste zu durchmessen"
für mich ist das grammatikalisch korrekt. Sie müssen ja schnell sein, bei dieser unermesslichen Weite.

Zu den rosa Wangen: Die Szene beschreibt ja nicht die tiefste Nacht, wie es der Titel nahelegt, sondern eigentlich den Anbruch der Nacht, wo sich die Schatten ausbreiten.
Dort sehe ich einen vollen Mond der mit der Dämmerung rotwangig erscheint, und in seinem Gefolge der ganze Harem seiner Sterne.

LG ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
27.04.2008 16:59
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Sneaky Offline
Metrik-Matador
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Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #6
RE: Adam Mickiewicz: Bakczysaraj w nocy
Hallo zaunkönig,

mit "um" stimmt das "zu", völlig richtig. Weils mir gefehlt hat und ich die Trennung nicht gesehen habe zwischen "pfeilschnell, zu durchmessen" hab ich das als einen Term gesehen, daher die Kritik

Gruß

Sneaky

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27.04.2008 17:52
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