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		<title><![CDATA[Sonett-Forum - Dirk Schindelbecks Schaufenster]]></title>
		<link>https://sonett-archiv.com/forum/</link>
		<description><![CDATA[Sonett-Forum - https://sonett-archiv.com/forum]]></description>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 2026 06:20:50 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Qualität]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=2432</link>
			<pubDate>Sat, 26 Nov 2011 13:20:16 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=2432</guid>
			<description><![CDATA[(hier: Fleischerfachgeschäft)<br />
<br />
<br />
<br />
Es drängeln sich im Fleischerfachgeschäft<br />
Hausfrauen, deren Männer Würste lieben,<br />
die Rinderzunge und das Schmalz mit Grieben...<br />
Ein Spitz steht vor dem Laden, kläfft und kläfft.<br />
<br />
Ein Bub im Laden, der den Spitz nachäfft,<br />
während die Frauen sich zur Kasse schieben,<br />
soll heute noch das laute Lesen üben –<br />
diktierte ihm die Lehrerin ins Heft.<br />
<br />
Jetzt buchstabiert der Knabe: „Qua-li-tät!“<br />
so steht’s ja dort auf dem Plakat, und sieht, <br />
wie Hackfleisch artig aus dem Fleischwolf quillt.<br />
<br />
Der Spitz hört auf zu bellen und ist müd.<br />
Mit zwei Pfund allerbestem Hackfleisch geht<br />
die Mutter mit dem Knaben aus dem Bild.<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[(hier: Fleischerfachgeschäft)<br />
<br />
<br />
<br />
Es drängeln sich im Fleischerfachgeschäft<br />
Hausfrauen, deren Männer Würste lieben,<br />
die Rinderzunge und das Schmalz mit Grieben...<br />
Ein Spitz steht vor dem Laden, kläfft und kläfft.<br />
<br />
Ein Bub im Laden, der den Spitz nachäfft,<br />
während die Frauen sich zur Kasse schieben,<br />
soll heute noch das laute Lesen üben –<br />
diktierte ihm die Lehrerin ins Heft.<br />
<br />
Jetzt buchstabiert der Knabe: „Qua-li-tät!“<br />
so steht’s ja dort auf dem Plakat, und sieht, <br />
wie Hackfleisch artig aus dem Fleischwolf quillt.<br />
<br />
Der Spitz hört auf zu bellen und ist müd.<br />
Mit zwei Pfund allerbestem Hackfleisch geht<br />
die Mutter mit dem Knaben aus dem Bild.<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Instant Access]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=2411</link>
			<pubDate>Wed, 12 Oct 2011 16:51:52 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=2411</guid>
			<description><![CDATA[<br />
Instant Access – dass du dich vorwärtstreibst...<br />
Instant Access – es fiebert bis zum Platzen<br />
das Hirn. Wenn du nur etwas stehen bleibst,<br />
bist weg vom Fenster, musst nicht einmal patzen.<br />
<br />
Die Daten her, ganz her: speed dating boomt<br />
Erfolg ist machbar, Mensch. Drei kurze Klicks:<br />
der Königsweg soliden Lebensglücks?  <br />
Pop up: die Bilddatei wird groß gezoomt. <br />
<br />
Die Zeit als Presswurst: „Live fast, love hard, die young!” <br />
wie Janis Joplin sang, selbst Untergang<br />
als orgiastisches Event gefühlt.<br />
<br />
Gefühlt, gedacht, getan und kundgetan<br />
als Maximum, Finale, Lebensplan –<br />
und mit dem nächsten Klick wird neu gespielt.<br />
<br />
<br />
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<br />
Instant Access – dass du dich vorwärtstreibst...<br />
Instant Access – es fiebert bis zum Platzen<br />
das Hirn. Wenn du nur etwas stehen bleibst,<br />
bist weg vom Fenster, musst nicht einmal patzen.<br />
<br />
Die Daten her, ganz her: speed dating boomt<br />
Erfolg ist machbar, Mensch. Drei kurze Klicks:<br />
der Königsweg soliden Lebensglücks?  <br />
Pop up: die Bilddatei wird groß gezoomt. <br />
<br />
Die Zeit als Presswurst: „Live fast, love hard, die young!” <br />
wie Janis Joplin sang, selbst Untergang<br />
als orgiastisches Event gefühlt.<br />
<br />
Gefühlt, gedacht, getan und kundgetan<br />
als Maximum, Finale, Lebensplan –<br />
und mit dem nächsten Klick wird neu gespielt.<br />
<br />
<br />
]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Physiognomische Fragmente]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=2218</link>
			<pubDate>Wed, 27 Apr 2011 17:43:44 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=2218</guid>
			<description><![CDATA[Hier geb ich wieder, was ich unlängst hörte: <br />
Urheberin ist nämlich eine Dame,<br />
die, reif und lebensklug, es mir erklärte: <br />
„Kuh“ oder „Ziege“ ist der Kosename<br />
<br />
für alle Fraun in vorgerücktem Alter.<br />
Die einen haben reichlich dicke Euter<br />
und brauchen dementsprechend große Halter,<br />
das ist der Kuh-Typ. Das System sagt weiter:<br />
<br />
die andern – hager – sind die Faltentiere:<br />
An ihren Hälsen kannst du sie erkennen,<br />
das sind die Ziegen-Typen (viele rauchen!). <br />
<br />
So denken freilich keine Kavaliere,<br />
die nach dem Weiblichen an sich stets brennen<br />
und Warnhinweise dieserart nicht brauchen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hier geb ich wieder, was ich unlängst hörte: <br />
Urheberin ist nämlich eine Dame,<br />
die, reif und lebensklug, es mir erklärte: <br />
„Kuh“ oder „Ziege“ ist der Kosename<br />
<br />
für alle Fraun in vorgerücktem Alter.<br />
Die einen haben reichlich dicke Euter<br />
und brauchen dementsprechend große Halter,<br />
das ist der Kuh-Typ. Das System sagt weiter:<br />
<br />
die andern – hager – sind die Faltentiere:<br />
An ihren Hälsen kannst du sie erkennen,<br />
das sind die Ziegen-Typen (viele rauchen!). <br />
<br />
So denken freilich keine Kavaliere,<br />
die nach dem Weiblichen an sich stets brennen<br />
und Warnhinweise dieserart nicht brauchen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Die Sau rauslassen]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=2023</link>
			<pubDate>Wed, 22 Sep 2010 15:15:24 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=2023</guid>
			<description><![CDATA[Die Sau raus lassen! Endlich ungehemmt<br />
ums Viertel ziehen, ohne Ende saufen, <br />
mit den Kumpanen grölen, zocken, raufen,  <br />
die Weiber ficken – bin ja nicht verklemmt.<br />
<br />
Wo steckt die alte Sau nur? Hat sich eben<br />
mal schnell verkrochen? Wart nur, lern’ mich kennen.<br />
Dir mach ich Beine, das wirst du erleben:<br />
Ich werd mein Innenleben nämlich scannen.<br />
<br />
Wart ab, bis dich mein Scanner fasst und packt,<br />
der ist präzis, vermisst die Gegend kleinlich –<br />
schon zeigt sich Leber, Herz und Niere nackt <br />
<br />
dem Hirn da oben, doch dem wird’s ganz peinlich.<br />
Da! Seelenscanner meldet den Befund:  <br />
Die Sau gefunden. Schläft. Beim Schweinehund.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Sau raus lassen! Endlich ungehemmt<br />
ums Viertel ziehen, ohne Ende saufen, <br />
mit den Kumpanen grölen, zocken, raufen,  <br />
die Weiber ficken – bin ja nicht verklemmt.<br />
<br />
Wo steckt die alte Sau nur? Hat sich eben<br />
mal schnell verkrochen? Wart nur, lern’ mich kennen.<br />
Dir mach ich Beine, das wirst du erleben:<br />
Ich werd mein Innenleben nämlich scannen.<br />
<br />
Wart ab, bis dich mein Scanner fasst und packt,<br />
der ist präzis, vermisst die Gegend kleinlich –<br />
schon zeigt sich Leber, Herz und Niere nackt <br />
<br />
dem Hirn da oben, doch dem wird’s ganz peinlich.<br />
Da! Seelenscanner meldet den Befund:  <br />
Die Sau gefunden. Schläft. Beim Schweinehund.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Männer mit Flex und Bohrhämmern]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=2005</link>
			<pubDate>Fri, 10 Sep 2010 13:09:29 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=2005</guid>
			<description><![CDATA[Es sind die groben zarten Männer, die<br />
in Wand und Pfosten breite Dübel setzen.<br />
Sie reden kaum, sie lieben dicke Fetzen <br />
von „Fleischwurst einfach“ auf den Broten, sie<br />
<br />
verzagen nicht, sie kämpfen mit den Dingen;   <br />
den Bosch-Bohrhammer fest in ihren Händen<br />
werden sie jeden Widerstand bezwingen,<br />
so geht es Tag für Tag, wird niemals enden. <br />
<br />
Sie trennen dicke Rohre mit der Flex: <br />
es spritzen bunte Funken ungehemmt<br />
als wollten sie die ganze Welt entzünden.  <br />
<br />
Da blitzt es auf aus ihren Seelengründen; <br />
nur ihren Frauen sind sie abends fremd<br />
und liegen da wie Tote (hatten ja schon Sex).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es sind die groben zarten Männer, die<br />
in Wand und Pfosten breite Dübel setzen.<br />
Sie reden kaum, sie lieben dicke Fetzen <br />
von „Fleischwurst einfach“ auf den Broten, sie<br />
<br />
verzagen nicht, sie kämpfen mit den Dingen;   <br />
den Bosch-Bohrhammer fest in ihren Händen<br />
werden sie jeden Widerstand bezwingen,<br />
so geht es Tag für Tag, wird niemals enden. <br />
<br />
Sie trennen dicke Rohre mit der Flex: <br />
es spritzen bunte Funken ungehemmt<br />
als wollten sie die ganze Welt entzünden.  <br />
<br />
Da blitzt es auf aus ihren Seelengründen; <br />
nur ihren Frauen sind sie abends fremd<br />
und liegen da wie Tote (hatten ja schon Sex).]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Im Nobel-Restaurant]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=1998</link>
			<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 17:10:59 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=1998</guid>
			<description><![CDATA[Die Speisekarte! Nein, noch nicht bestellen!<br />
Lass uns das Wortschaumkunstwerk erst genießen!<br />
Fühl erst die Früchte: wie sie überquellen!<br />
Hör sie soufflieren – bis zum Überfließen! <br />
<br />
Wie das trompetet, prahlt und jubelwortet<br />
und dir dein armes Alltagshirn benebelt!<br />
Riech, wie das kiwi-, himbeer- sahnetortet.<br />
Fast fühlt die Zunge sich herausgehebelt. <br />
<br />
Schau an, ein Feldsalat an Wachtelbrüstchen, <br />
ein Morcheltofu über Dill-Krokette,<br />
auf Sahneschaum Parfait von Erdbeerkrüstchen.<br />
<br />
Geschmack, nun komm schon! Näher! Oh wir Prasser!<br />
Die Zungenknospen sinken längst ins Wasser<br />
und stammeln nur: Baisee, Baisee, Baisee.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Speisekarte! Nein, noch nicht bestellen!<br />
Lass uns das Wortschaumkunstwerk erst genießen!<br />
Fühl erst die Früchte: wie sie überquellen!<br />
Hör sie soufflieren – bis zum Überfließen! <br />
<br />
Wie das trompetet, prahlt und jubelwortet<br />
und dir dein armes Alltagshirn benebelt!<br />
Riech, wie das kiwi-, himbeer- sahnetortet.<br />
Fast fühlt die Zunge sich herausgehebelt. <br />
<br />
Schau an, ein Feldsalat an Wachtelbrüstchen, <br />
ein Morcheltofu über Dill-Krokette,<br />
auf Sahneschaum Parfait von Erdbeerkrüstchen.<br />
<br />
Geschmack, nun komm schon! Näher! Oh wir Prasser!<br />
Die Zungenknospen sinken längst ins Wasser<br />
und stammeln nur: Baisee, Baisee, Baisee.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Krümmungen oder: Die Empathie]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=1964</link>
			<pubDate>Tue, 10 Aug 2010 05:02:30 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=1964</guid>
			<description><![CDATA[Es krümmt der Angler sich auf seinem Hocker,<br />
langt schräg hinunter in den Plastikeimer;<br />
er fingert nach dem kleinen roten Schleimer<br />
und spießt den Wurm auf einen Haken locker.<br />
<br />
Es krümmt der Wurm sich, weiß vor Todesschmerzen,<br />
und bleibt für seinen Lebensrest durchdrungen:<br />
Mitnichten geht dem Angler das zu Herzen,<br />
denn schau: ein Fisch hat schon den Wurm verschlungen.<br />
<br />
Es krümmt der Fisch sich, ei ein Hecht! und zappelt.<br />
Welch schöner Fang! Der Wurm? Ach Gott, vergessen!  <br />
Längst hat der Angler sich davongerappelt.<br />
<br />
Hechtklößchen macht des Anglers Frau zum Essen. <br />
Es krümmt der Angler sich und bleibt ganz krumm:<br />
Der Hecht enthielt zuviel an Cadmium.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es krümmt der Angler sich auf seinem Hocker,<br />
langt schräg hinunter in den Plastikeimer;<br />
er fingert nach dem kleinen roten Schleimer<br />
und spießt den Wurm auf einen Haken locker.<br />
<br />
Es krümmt der Wurm sich, weiß vor Todesschmerzen,<br />
und bleibt für seinen Lebensrest durchdrungen:<br />
Mitnichten geht dem Angler das zu Herzen,<br />
denn schau: ein Fisch hat schon den Wurm verschlungen.<br />
<br />
Es krümmt der Fisch sich, ei ein Hecht! und zappelt.<br />
Welch schöner Fang! Der Wurm? Ach Gott, vergessen!  <br />
Längst hat der Angler sich davongerappelt.<br />
<br />
Hechtklößchen macht des Anglers Frau zum Essen. <br />
Es krümmt der Angler sich und bleibt ganz krumm:<br />
Der Hecht enthielt zuviel an Cadmium.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Yin und Yang]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=1928</link>
			<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 14:57:29 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=1928</guid>
			<description><![CDATA[Yin und Yang oder<br />
die vollkommende Dialektik<br />
<br />
<br />
<br />
Wir sind nicht, was wir sind - es sei denn eins.<br />
Schau wie in alten Kirchenfensterbögen<br />
Fischblasen träumend liegen, so als flögen<br />
sie fort aus der Begrenztheit ihres Steins...<br />
<br />
Sind Yin und Yang die Wurzel allen Seins?<br />
Noch meinst du, du gehst ganz auf eignen Wegen –<br />
und kommst als Silhouette dir entgegen,<br />
und alles deins verkehrt sich flugs in meins.<br />
<br />
Ich wieder bin dein andres Ich – wie du.<br />
Wie soll ich Dir’s geschickt erklären? Warte: <br />
Wählst du das Weiche, bin ich schon das Harte.<br />
<br />
Schau diesen Stock an – dieses End heißt Yin, <br />
das andre Yang. Du hörst mir ja nicht zu...<br />
doch spürst du, das ich nicht bin, was ich bin.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Yin und Yang oder<br />
die vollkommende Dialektik<br />
<br />
<br />
<br />
Wir sind nicht, was wir sind - es sei denn eins.<br />
Schau wie in alten Kirchenfensterbögen<br />
Fischblasen träumend liegen, so als flögen<br />
sie fort aus der Begrenztheit ihres Steins...<br />
<br />
Sind Yin und Yang die Wurzel allen Seins?<br />
Noch meinst du, du gehst ganz auf eignen Wegen –<br />
und kommst als Silhouette dir entgegen,<br />
und alles deins verkehrt sich flugs in meins.<br />
<br />
Ich wieder bin dein andres Ich – wie du.<br />
Wie soll ich Dir’s geschickt erklären? Warte: <br />
Wählst du das Weiche, bin ich schon das Harte.<br />
<br />
Schau diesen Stock an – dieses End heißt Yin, <br />
das andre Yang. Du hörst mir ja nicht zu...<br />
doch spürst du, das ich nicht bin, was ich bin.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Segeln...]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=1927</link>
			<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 05:33:40 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=1927</guid>
			<description><![CDATA[für Hans-Jürgen Mende<br />
<br />
zugleich Hommage an Hans Domizlaffs Segelbuch „Dirk III“<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
Im Hafenbecken liegen weiß gereiht<br />
die Boote. Hör nur, wie das Wasser gluckst<br />
und an den Rümpfen leckt... die beste Zeit <br />
endlich in See zu stechen. Knatternd druckst<br />
<br />
der Dieselmotor, schiebt uns aus dem Hafen,<br />
geschwätzig gurgelt es schon unterm Kiel. <br />
Das Meer, die alte Platte, scheint zu schlafen.<br />
Du stellst den Motor ab. Nun ist es still.<br />
<br />
Da kommt die Brise und das Segel steht,<br />
und wie von selber macht das Boot jetzt Fahrt. <br />
Der Wind sagt an, wohin die Reise geht. <br />
<br />
Was ist die Zeit? Sanft schlägt das Tau ans Boot –<br />
als hätte sich die Schöpfung aufgespart,<br />
saugst du vom neuen Tag das Morgenrot.<br />
<br />
<!-- start: postbit_attachments_attachment -->
<br /><!-- start: attachment_icon -->
<img src="https://sonett-archiv.com/forum/images/attachtypes/image.gif" title="JPEG Image" border="0" alt=".jpg" />
<!-- end: attachment_icon -->&nbsp;&nbsp;<a href="attachment.php?aid=340" target="_blank" title="">Schindelbeck_segeln083.jpg</a> (Größe: 366,17 KB / Downloads: 653)
<!-- end: postbit_attachments_attachment --><br />
Skipper H.-J. Mende und seine Crew beim Segeltörn 2005 in der Dänischen Südsee]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[für Hans-Jürgen Mende<br />
<br />
zugleich Hommage an Hans Domizlaffs Segelbuch „Dirk III“<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
Im Hafenbecken liegen weiß gereiht<br />
die Boote. Hör nur, wie das Wasser gluckst<br />
und an den Rümpfen leckt... die beste Zeit <br />
endlich in See zu stechen. Knatternd druckst<br />
<br />
der Dieselmotor, schiebt uns aus dem Hafen,<br />
geschwätzig gurgelt es schon unterm Kiel. <br />
Das Meer, die alte Platte, scheint zu schlafen.<br />
Du stellst den Motor ab. Nun ist es still.<br />
<br />
Da kommt die Brise und das Segel steht,<br />
und wie von selber macht das Boot jetzt Fahrt. <br />
Der Wind sagt an, wohin die Reise geht. <br />
<br />
Was ist die Zeit? Sanft schlägt das Tau ans Boot –<br />
als hätte sich die Schöpfung aufgespart,<br />
saugst du vom neuen Tag das Morgenrot.<br />
<br />
<!-- start: postbit_attachments_attachment -->
<br /><!-- start: attachment_icon -->
<img src="https://sonett-archiv.com/forum/images/attachtypes/image.gif" title="JPEG Image" border="0" alt=".jpg" />
<!-- end: attachment_icon -->&nbsp;&nbsp;<a href="attachment.php?aid=340" target="_blank" title="">Schindelbeck_segeln083.jpg</a> (Größe: 366,17 KB / Downloads: 653)
<!-- end: postbit_attachments_attachment --><br />
Skipper H.-J. Mende und seine Crew beim Segeltörn 2005 in der Dänischen Südsee]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[_zylinder_kopf_dichtung_]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=1010</link>
			<pubDate>Wed, 16 Jun 2010 14:02:02 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=1010</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-family: Verdana;" class="mycode_font">_zylinder_kopf_dichtung_<br />
<br />
<br />
<br />
_es ist der kopf_er dichtet nicht mehr richtig_<br />
die kompression lässt nach_bald auch die power_<br />
klar_läuft der motor noch_zuerst nur flüchtig<br />
und fein tritt öl aus_dann wirds mehr_auf dauer<br />
<br />
fällt dir die leistung merklich in den keller_ <br />
nur_ist die dichtung innen drin gerissen_<br />
vermischt sich öl mit wasser_umso schneller<br />
musst du agieren – sonst wirds ganz beschissen: <br />
<br />
_jetzt hilft nur noch_den kopf herunter reißen_ <br />
motorblock schleifen: plan_’ne frische dichtung<br />
auflegen_sauber dann den kopf draufpassen_ <br />
<br />
dann wird das schlimmste sich verhindern lassen_<br />
wo technik ist_gibts dinge_die verschleißen_<br />
die alte dichtung?_nix wie zur vernichtung_ _ _</span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-family: Verdana;" class="mycode_font">_zylinder_kopf_dichtung_<br />
<br />
<br />
<br />
_es ist der kopf_er dichtet nicht mehr richtig_<br />
die kompression lässt nach_bald auch die power_<br />
klar_läuft der motor noch_zuerst nur flüchtig<br />
und fein tritt öl aus_dann wirds mehr_auf dauer<br />
<br />
fällt dir die leistung merklich in den keller_ <br />
nur_ist die dichtung innen drin gerissen_<br />
vermischt sich öl mit wasser_umso schneller<br />
musst du agieren – sonst wirds ganz beschissen: <br />
<br />
_jetzt hilft nur noch_den kopf herunter reißen_ <br />
motorblock schleifen: plan_’ne frische dichtung<br />
auflegen_sauber dann den kopf draufpassen_ <br />
<br />
dann wird das schlimmste sich verhindern lassen_<br />
wo technik ist_gibts dinge_die verschleißen_<br />
die alte dichtung?_nix wie zur vernichtung_ _ _</span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Die Beigen]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=1456</link>
			<pubDate>Tue, 17 Mar 2009 16:18:54 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=1456</guid>
			<description><![CDATA[Die Beigen<br />
(Hommage an Rilkes Blaue Hortensie)<br />
<br />
<br />
<br />
Als ob die grellen Töne jüngst verstarben,  <br />
verändert sich das Straßenbild zu Zeiten,<br />
auf einmal dominieren bleiche Farben:<br />
vor allem beige beginnt sich auszubreiten.<br />
<br />
Die Beige-gekleideten mit grauen Haaren. <br />
sind sanfte, gute, angenehme Kunden.<br />
Da sie den innren Frieden längst gefunden,<br />
wissen sie stets die Contenance zu wahren. <br />
<br />
Sie sehnen immer Frühling her: gleich zieht<br />
ein Pulk von beigen Mänteln, Jacken, Mützen,<br />
in Parkanlagen, wo sie sich verstreuen:<br />
<br />
Die beigen Mützen spiegeln sich in Pfützen.<br />
Sie selbst sind stumm und lächeln, und man sieht  <br />
gerührte Beige sich im Grünen freuen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Beigen<br />
(Hommage an Rilkes Blaue Hortensie)<br />
<br />
<br />
<br />
Als ob die grellen Töne jüngst verstarben,  <br />
verändert sich das Straßenbild zu Zeiten,<br />
auf einmal dominieren bleiche Farben:<br />
vor allem beige beginnt sich auszubreiten.<br />
<br />
Die Beige-gekleideten mit grauen Haaren. <br />
sind sanfte, gute, angenehme Kunden.<br />
Da sie den innren Frieden längst gefunden,<br />
wissen sie stets die Contenance zu wahren. <br />
<br />
Sie sehnen immer Frühling her: gleich zieht<br />
ein Pulk von beigen Mänteln, Jacken, Mützen,<br />
in Parkanlagen, wo sie sich verstreuen:<br />
<br />
Die beigen Mützen spiegeln sich in Pfützen.<br />
Sie selbst sind stumm und lächeln, und man sieht  <br />
gerührte Beige sich im Grünen freuen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Freude am Garten, dank Gardena-System]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=1409</link>
			<pubDate>Wed, 04 Feb 2009 09:06:40 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=1409</guid>
			<description><![CDATA[Freude am Garten, dank Gardena-System<br />
<br />
<br />
<br />
Vorgarten. Rasenstück. Seit letzter Nacht,<br />
vermutlich aber schon bedeutend länger,<br />
knattert hier pausenlos ein Rasensprenger,<br />
hat ringsum alle Blüten plattgemacht.<br />
<br />
Nur eine Tulpe blieb als letzter Gegner.<br />
Der Tag erwacht, die Sonne kommt. O welch<br />
ein Zeichen, endlich ihren Blütenkelch<br />
ins neue Licht zu wenden! Der Beregner<br />
<br />
jedoch schickt Wasserwand um -wand aufs Beet.<br />
Die Tulpe füllt sich, biegt sich, wie in Panik<br />
die Last verschüttend, hebt sich wieder, steht <br />
<br />
im Dauerwettlauf mit der Spreng-Mechanik.<br />
So geht das lange Stunden, bis erschöpft<br />
ihr Stengel einknickt, was den Kelch ihr köpft.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Freude am Garten, dank Gardena-System<br />
<br />
<br />
<br />
Vorgarten. Rasenstück. Seit letzter Nacht,<br />
vermutlich aber schon bedeutend länger,<br />
knattert hier pausenlos ein Rasensprenger,<br />
hat ringsum alle Blüten plattgemacht.<br />
<br />
Nur eine Tulpe blieb als letzter Gegner.<br />
Der Tag erwacht, die Sonne kommt. O welch<br />
ein Zeichen, endlich ihren Blütenkelch<br />
ins neue Licht zu wenden! Der Beregner<br />
<br />
jedoch schickt Wasserwand um -wand aufs Beet.<br />
Die Tulpe füllt sich, biegt sich, wie in Panik<br />
die Last verschüttend, hebt sich wieder, steht <br />
<br />
im Dauerwettlauf mit der Spreng-Mechanik.<br />
So geht das lange Stunden, bis erschöpft<br />
ihr Stengel einknickt, was den Kelch ihr köpft.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Nach dem Spiel ist vor dem Spiel]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=1381</link>
			<pubDate>Fri, 23 Jan 2009 15:14:24 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=1381</guid>
			<description><![CDATA[Nach dem Spiel ist vor dem Spiel<br />
<br />
<br />
„Ein Null zu Null steht gar nicht zur Debatte,<br />
schon immer lag im Angriff unser Heil,<br />
denn den Erfolg, den meine Mannschaft hatte,<br />
errang sie im Direktspiel, schnell und steil:<br />
Der Offensivgeist hat sie meist zum Sieg geführt,<br />
doch kontrolliert.“<br />
<br />
Noch kontrolliert der Mann in schwarz die Spieler,<br />
die Stollen, Schoner mit geübtem Blick.<br />
Das Stadion brodelt. Plötzlich wird es stiller:<br />
Soeben aus dem Presseraum zurück<br />
Tritt auf der Admiral und wird bestaunt,<br />
und alles raunt.<br />
<br />
Und alles raunt, der Sprecher mahnt zur Wahrung<br />
Von Anstand, Fairness, was eh jeder weiß.<br />
Kondome gegen Klebstoff: welche Paarung:<br />
Sie macht seit Wochen die Gemüter heiß.<br />
Die Seite ist, der Anstoß ausgelost -<br />
ab geht die Post.<br />
<br />
Ab geht die Post, jetzt wird nicht mehr gefackelt,<br />
Arthur spielt auf, und Charly geht ans Werk.<br />
Fritz bricht schon durch – die Klebstoffabwehr wackelt –<br />
und Rudi Raser, der kompakte Zwerg<br />
flankt scharf herein zu Boss, der haut das Ei <br />
knallhart vorbei. <br />
<br />
Knallhart vorbei und in die Fotografen<br />
schlägt ein das Ding, dann legt es sich ins Gras<br />
ganz still und sanft, erlaubt sich abzuschlaffen.<br />
Ein Extra-Punkt für den gekonnten Spaß. <br />
Der Fotograf beweint die Kamera.<br />
Die Fans sind da.<br />
<br />
Die Fans sind da und schwenken ihre Fahnen,<br />
sie klatschen, grölen Lieder, pfeifen laut,<br />
skandieren, Fäuste reckend und Bananen:<br />
„Hier werden auch die Bayern noch verhaut!“<br />
Und aus der Kurve raunt der Gegen-Chor:<br />
„Kondome vor!“<br />
<br />
Kondome vormarschiert auf beiden Flügeln<br />
Mit starkem Antritt, aber Ballgefühl:<br />
Es sind die guten mit den Gütesiegeln<br />
(und noch nicht ganz so gutem Stellungsspiel),<br />
es scheint der Strafraum wie ein Hindernis:<br />
da fehlt der Biss.<br />
<br />
Da fehlen Biss und Witz im Spiel der Grünen,<br />
im Aufbau wirkt schon alles so verkrampft;<br />
die Gelben aber, die am Ende schienen,<br />
sie wachen plötzlich auf, ihr Kessel dampft,<br />
ihr Manfred wühlt sich durch die Mitte vor –<br />
ein Schrei, ein Tor!<br />
<br />
Ein Schrei, ein Tor aus Radiogeräten:<br />
In Köln führt Meppen jetzt schon sechs zu zwei.<br />
Hier aber scheint man geistig weggetreten,<br />
doch plötzlich steht der Bruno drüben frei<br />
allein vorm Tor, hat alle Zeit der Welt<br />
und rennt und fällt.<br />
<br />
Und rennt und fällt und fasst sich an die Stollen,<br />
Gesicht verzerrt von schicksalsschwerer Pein,<br />
der Schmerzensmann, und er markiert den Tollen,<br />
haut seine Schuhe auf dem Rasen klein<br />
und schreit: „Die Stollen sind noch immer nix!<br />
Kreuz Kruzifix!“<br />
<br />
„Kreuz, Kruzifix um Hals und goldnes Kettchen<br />
an Handgelenk, einher kommt Fußballstar,<br />
hat Kondition nur nachts mit Zigarettchen<br />
und Sekt und Mädchen in die Altstadtbar.<br />
Und der da drüben nickt noch, was weiß er,<br />
ich leide mehr.<br />
<br />
Ich leide mehr wie zwanzig Direktoren,<br />
ich lieben Mannschaft, Söhne sind für mich.<br />
Doch Vater immer predigt taube Ohren –<br />
Jungs spielen heute wieder jämmerlich:<br />
Wenn nicht bald Tor fällt und bleibt Null zu Null –<br />
O weh mein Stuhl.“<br />
<br />
„Uwe, mein Stuhl“, herrscht auf der andern Seite<br />
der Admiral den Assistenten an.<br />
Zu lang geht ihm das Spiel schon in die Breite,<br />
jetzt will er näher an das Spielfeld ran.<br />
Da hört auch niemand, wenn er leise stöhnt...<br />
Der Sponsor gähnt.<br />
<br />
Der Sponsor gähnt und knistert mit den Scheinen,<br />
aus seiner Gondel unterm Zeppelin<br />
verfolgt er dieses Auswärtsspiel der Seinen:<br />
Wie quält ihn dies vergebliche Bemühn.<br />
Er funkt zur Bank hinunter: „Ich erhöh<br />
die Prä – mi –e.“<br />
<br />
Die Prämie bewirkt in der Kabine<br />
zur Pause Schenkelklatschen, Heiterkeit.<br />
Allein der Admiral mit kalter Miene<br />
verkündet grimmig: „Ich erwarte heut,<br />
dass ihr, indem ihr vorführt, was ihr könnt,<br />
das Spiel gewinnt.“<br />
<br />
Das Spiel gewinnt nun wirklich Qualitäten,<br />
wie vor der Halbzeit nie. Der beißt ins Gras,<br />
der wird geklemmt und dieser breitgetreten,<br />
der umgenietet, diesen trifft etwas.<br />
Auf beiden Seiten zeigt sich neuer Mut:<br />
Der Ball läuft gut.<br />
<br />
Der Ball läuft gut hinaus bis an die Ecke,<br />
der Ball geht quer, wird elegant gestoppt,<br />
der Ball wird lang und geht die weite Strecke,<br />
tropft ab, springt hoch und tänzelt wie gedopt<br />
von Kopf zu Kopf und läuft im Augenblick<br />
zum Tor zurück.<br />
<br />
Vom Tor zurück, von wo es abgeschlagen,<br />
erreicht das Leder Arthur, der es drischt<br />
hinaus auf Rudi, der das ding jetzt jagen<br />
und scharf reinflanken will, doch da erwischt<br />
den Ball mit zartem Fuß Egidius Hinz,<br />
der Mätzchenprinz.<br />
<br />
Der Mätzchenprinz hat diesen Ball erbeutet,<br />
Egidius Hinz gibt ihn so schnell nicht her,<br />
Egidius weiß, was Ballbesitz bedeutet<br />
(und keiner wirbt für Klebstoff so wie er).<br />
Er dribbelt lang, er streichelt, küsst den Ball<br />
und kommt zu Fall.<br />
<br />
Und kommt zu Fall, muss raus, gar keine Frage,<br />
der Joker ist schon heiß, wird eingetauscht.<br />
Dass Rüpelmann auf seine alten Tage<br />
im Klebstoffhemdchen übern Platz noch rauscht,<br />
wer hätte das gedacht: der Oldie lebt,<br />
wenn auch verklebt.<br />
<br />
Wenn auch verklebt, so schleppt das Spiel sich weiter<br />
Kondome dümpeln lustlos übers Feld.<br />
Die Klebertruppe spielt jetzt immer breiter,<br />
man hat genug geackert für sein Geld.<br />
Ein Eckball trudelt noch nach innen und –<br />
der Ball ist rund.<br />
<br />
Der Ball ist rund. Des Sponsors Luftschiff wendet,<br />
doch dessen Imposanz ist heut verpufft.<br />
Er weiß es ja, wie die Begegnung endet –<br />
Da sieht er, so von oben, aus der Luft,<br />
die Klebstoffwerke liegen, weiß wie Schnee:<br />
welche Idee!<br />
<br />
Welche Idee entwirft sich ihm zu Plänen!<br />
Das Werk dort unten aufgekauft mal schnell<br />
sieht er und hört, wie sich die Kunden sehnen<br />
nach dem Produkt mit Pfiff: ein Service-Terminal:<br />
Kondom-Auswahl und Kleber drin als Set:<br />
Wär das nicht nett?<br />
<br />
„Wär das nicht nett, ein Sätzchen nur zu sagen<br />
zum Spielverlauf?“ – „Saison ist noch sehr lang,<br />
heut war sehr schwer, doch Mannschaft nie verzagen,<br />
zeigt großen Gegner Zähne.“ – „Es errang<br />
das Team trotz großem Druck geschickt und cool<br />
ein Null zu Null.“<br />
<br />
<br />
<br />
Anmerkung: <br />
<br />
Eigenlich gehört das Opus rund gedruckt. Weil es 24 Strophen hat, die  perfekt in einem Kreis (oder Ball?!) unterzubringende Anzahl. In dieser Optik entfaltet es auch erst seinen Hintersinn als ein halb barockes und halb konkretes Gedicht: Jetzt nämlich wird jede Strophe zu einem (konkreten) Spieler auf dem Feld, der den Ball aufnimmt und weitergibt. Um diese Idee zu demonstrieren, gibt's hier wenigstens ein Übersichtsbild (sozusagen aus der Zeppelin-Perspektive des Sponsors)...<br />
<br />
Die geniale Strophe (hat ein bisschen was vom Sonettkranz...) verdanke ich übrigens Johann Christian Günther (1695-1723), der sie in seinem Gedicht "An Leonore. Beim anderen Abschiede" erfand. <br />
<br />
Gedruckt gibt's dieses Fußball-Gedicht auch in: Günter Guben/Astrid Braun: Zur Zeit. Anthologie des Stuttgarter Schriftstellerhauses, Edition Kanalstr.4, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-00-025589-2, S. 158-163.<br />
<br />
<img src="http://www.sonett-archiv.com/forum/images/attachment/273.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: 273.jpg]" class="mycode_img" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Nach dem Spiel ist vor dem Spiel<br />
<br />
<br />
„Ein Null zu Null steht gar nicht zur Debatte,<br />
schon immer lag im Angriff unser Heil,<br />
denn den Erfolg, den meine Mannschaft hatte,<br />
errang sie im Direktspiel, schnell und steil:<br />
Der Offensivgeist hat sie meist zum Sieg geführt,<br />
doch kontrolliert.“<br />
<br />
Noch kontrolliert der Mann in schwarz die Spieler,<br />
die Stollen, Schoner mit geübtem Blick.<br />
Das Stadion brodelt. Plötzlich wird es stiller:<br />
Soeben aus dem Presseraum zurück<br />
Tritt auf der Admiral und wird bestaunt,<br />
und alles raunt.<br />
<br />
Und alles raunt, der Sprecher mahnt zur Wahrung<br />
Von Anstand, Fairness, was eh jeder weiß.<br />
Kondome gegen Klebstoff: welche Paarung:<br />
Sie macht seit Wochen die Gemüter heiß.<br />
Die Seite ist, der Anstoß ausgelost -<br />
ab geht die Post.<br />
<br />
Ab geht die Post, jetzt wird nicht mehr gefackelt,<br />
Arthur spielt auf, und Charly geht ans Werk.<br />
Fritz bricht schon durch – die Klebstoffabwehr wackelt –<br />
und Rudi Raser, der kompakte Zwerg<br />
flankt scharf herein zu Boss, der haut das Ei <br />
knallhart vorbei. <br />
<br />
Knallhart vorbei und in die Fotografen<br />
schlägt ein das Ding, dann legt es sich ins Gras<br />
ganz still und sanft, erlaubt sich abzuschlaffen.<br />
Ein Extra-Punkt für den gekonnten Spaß. <br />
Der Fotograf beweint die Kamera.<br />
Die Fans sind da.<br />
<br />
Die Fans sind da und schwenken ihre Fahnen,<br />
sie klatschen, grölen Lieder, pfeifen laut,<br />
skandieren, Fäuste reckend und Bananen:<br />
„Hier werden auch die Bayern noch verhaut!“<br />
Und aus der Kurve raunt der Gegen-Chor:<br />
„Kondome vor!“<br />
<br />
Kondome vormarschiert auf beiden Flügeln<br />
Mit starkem Antritt, aber Ballgefühl:<br />
Es sind die guten mit den Gütesiegeln<br />
(und noch nicht ganz so gutem Stellungsspiel),<br />
es scheint der Strafraum wie ein Hindernis:<br />
da fehlt der Biss.<br />
<br />
Da fehlen Biss und Witz im Spiel der Grünen,<br />
im Aufbau wirkt schon alles so verkrampft;<br />
die Gelben aber, die am Ende schienen,<br />
sie wachen plötzlich auf, ihr Kessel dampft,<br />
ihr Manfred wühlt sich durch die Mitte vor –<br />
ein Schrei, ein Tor!<br />
<br />
Ein Schrei, ein Tor aus Radiogeräten:<br />
In Köln führt Meppen jetzt schon sechs zu zwei.<br />
Hier aber scheint man geistig weggetreten,<br />
doch plötzlich steht der Bruno drüben frei<br />
allein vorm Tor, hat alle Zeit der Welt<br />
und rennt und fällt.<br />
<br />
Und rennt und fällt und fasst sich an die Stollen,<br />
Gesicht verzerrt von schicksalsschwerer Pein,<br />
der Schmerzensmann, und er markiert den Tollen,<br />
haut seine Schuhe auf dem Rasen klein<br />
und schreit: „Die Stollen sind noch immer nix!<br />
Kreuz Kruzifix!“<br />
<br />
„Kreuz, Kruzifix um Hals und goldnes Kettchen<br />
an Handgelenk, einher kommt Fußballstar,<br />
hat Kondition nur nachts mit Zigarettchen<br />
und Sekt und Mädchen in die Altstadtbar.<br />
Und der da drüben nickt noch, was weiß er,<br />
ich leide mehr.<br />
<br />
Ich leide mehr wie zwanzig Direktoren,<br />
ich lieben Mannschaft, Söhne sind für mich.<br />
Doch Vater immer predigt taube Ohren –<br />
Jungs spielen heute wieder jämmerlich:<br />
Wenn nicht bald Tor fällt und bleibt Null zu Null –<br />
O weh mein Stuhl.“<br />
<br />
„Uwe, mein Stuhl“, herrscht auf der andern Seite<br />
der Admiral den Assistenten an.<br />
Zu lang geht ihm das Spiel schon in die Breite,<br />
jetzt will er näher an das Spielfeld ran.<br />
Da hört auch niemand, wenn er leise stöhnt...<br />
Der Sponsor gähnt.<br />
<br />
Der Sponsor gähnt und knistert mit den Scheinen,<br />
aus seiner Gondel unterm Zeppelin<br />
verfolgt er dieses Auswärtsspiel der Seinen:<br />
Wie quält ihn dies vergebliche Bemühn.<br />
Er funkt zur Bank hinunter: „Ich erhöh<br />
die Prä – mi –e.“<br />
<br />
Die Prämie bewirkt in der Kabine<br />
zur Pause Schenkelklatschen, Heiterkeit.<br />
Allein der Admiral mit kalter Miene<br />
verkündet grimmig: „Ich erwarte heut,<br />
dass ihr, indem ihr vorführt, was ihr könnt,<br />
das Spiel gewinnt.“<br />
<br />
Das Spiel gewinnt nun wirklich Qualitäten,<br />
wie vor der Halbzeit nie. Der beißt ins Gras,<br />
der wird geklemmt und dieser breitgetreten,<br />
der umgenietet, diesen trifft etwas.<br />
Auf beiden Seiten zeigt sich neuer Mut:<br />
Der Ball läuft gut.<br />
<br />
Der Ball läuft gut hinaus bis an die Ecke,<br />
der Ball geht quer, wird elegant gestoppt,<br />
der Ball wird lang und geht die weite Strecke,<br />
tropft ab, springt hoch und tänzelt wie gedopt<br />
von Kopf zu Kopf und läuft im Augenblick<br />
zum Tor zurück.<br />
<br />
Vom Tor zurück, von wo es abgeschlagen,<br />
erreicht das Leder Arthur, der es drischt<br />
hinaus auf Rudi, der das ding jetzt jagen<br />
und scharf reinflanken will, doch da erwischt<br />
den Ball mit zartem Fuß Egidius Hinz,<br />
der Mätzchenprinz.<br />
<br />
Der Mätzchenprinz hat diesen Ball erbeutet,<br />
Egidius Hinz gibt ihn so schnell nicht her,<br />
Egidius weiß, was Ballbesitz bedeutet<br />
(und keiner wirbt für Klebstoff so wie er).<br />
Er dribbelt lang, er streichelt, küsst den Ball<br />
und kommt zu Fall.<br />
<br />
Und kommt zu Fall, muss raus, gar keine Frage,<br />
der Joker ist schon heiß, wird eingetauscht.<br />
Dass Rüpelmann auf seine alten Tage<br />
im Klebstoffhemdchen übern Platz noch rauscht,<br />
wer hätte das gedacht: der Oldie lebt,<br />
wenn auch verklebt.<br />
<br />
Wenn auch verklebt, so schleppt das Spiel sich weiter<br />
Kondome dümpeln lustlos übers Feld.<br />
Die Klebertruppe spielt jetzt immer breiter,<br />
man hat genug geackert für sein Geld.<br />
Ein Eckball trudelt noch nach innen und –<br />
der Ball ist rund.<br />
<br />
Der Ball ist rund. Des Sponsors Luftschiff wendet,<br />
doch dessen Imposanz ist heut verpufft.<br />
Er weiß es ja, wie die Begegnung endet –<br />
Da sieht er, so von oben, aus der Luft,<br />
die Klebstoffwerke liegen, weiß wie Schnee:<br />
welche Idee!<br />
<br />
Welche Idee entwirft sich ihm zu Plänen!<br />
Das Werk dort unten aufgekauft mal schnell<br />
sieht er und hört, wie sich die Kunden sehnen<br />
nach dem Produkt mit Pfiff: ein Service-Terminal:<br />
Kondom-Auswahl und Kleber drin als Set:<br />
Wär das nicht nett?<br />
<br />
„Wär das nicht nett, ein Sätzchen nur zu sagen<br />
zum Spielverlauf?“ – „Saison ist noch sehr lang,<br />
heut war sehr schwer, doch Mannschaft nie verzagen,<br />
zeigt großen Gegner Zähne.“ – „Es errang<br />
das Team trotz großem Druck geschickt und cool<br />
ein Null zu Null.“<br />
<br />
<br />
<br />
Anmerkung: <br />
<br />
Eigenlich gehört das Opus rund gedruckt. Weil es 24 Strophen hat, die  perfekt in einem Kreis (oder Ball?!) unterzubringende Anzahl. In dieser Optik entfaltet es auch erst seinen Hintersinn als ein halb barockes und halb konkretes Gedicht: Jetzt nämlich wird jede Strophe zu einem (konkreten) Spieler auf dem Feld, der den Ball aufnimmt und weitergibt. Um diese Idee zu demonstrieren, gibt's hier wenigstens ein Übersichtsbild (sozusagen aus der Zeppelin-Perspektive des Sponsors)...<br />
<br />
Die geniale Strophe (hat ein bisschen was vom Sonettkranz...) verdanke ich übrigens Johann Christian Günther (1695-1723), der sie in seinem Gedicht "An Leonore. Beim anderen Abschiede" erfand. <br />
<br />
Gedruckt gibt's dieses Fußball-Gedicht auch in: Günter Guben/Astrid Braun: Zur Zeit. Anthologie des Stuttgarter Schriftstellerhauses, Edition Kanalstr.4, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-00-025589-2, S. 158-163.<br />
<br />
<img src="http://www.sonett-archiv.com/forum/images/attachment/273.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: 273.jpg]" class="mycode_img" />]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Benimm dich, Michel!]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=1269</link>
			<pubDate>Mon, 03 Nov 2008 15:28:31 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=1269</guid>
			<description><![CDATA[Benimm Dich, Michel!<br />
<br />
<br />
Aus Frankreich kamen Gäste uns besuchen:<br />
Sie zierlich, er eins von den großen Tieren<br />
aus der Chemie-Branche. Gehen wir spazieren<br />
mitsamt den Kindern. Höre ich sie fluchen:  <br />
<br />
„Donc, dépochez les mains, Michel!“ Sie dachte<br />
vermutlich, dass wir nichts verstünden. Denkste!<br />
Ich drehte mich zur Seite, schmunzelnd, machte<br />
mir meinen Reim auf ihre Bürger-Ängste - <br />
<br />
und sah mir den Michel genauer an:<br />
Der Typ des Wissenschaftlers, ungeschliffen,<br />
ein großer Junge mit der Riesen-Asche. <br />
<br />
Hat sie mich doch bemerkt? – Denn sie begann,<br />
ihn scharf nur anzusehn - er hats begriffen,<br />
zog seine Hände aber hurtig aus der Tasche.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Benimm Dich, Michel!<br />
<br />
<br />
Aus Frankreich kamen Gäste uns besuchen:<br />
Sie zierlich, er eins von den großen Tieren<br />
aus der Chemie-Branche. Gehen wir spazieren<br />
mitsamt den Kindern. Höre ich sie fluchen:  <br />
<br />
„Donc, dépochez les mains, Michel!“ Sie dachte<br />
vermutlich, dass wir nichts verstünden. Denkste!<br />
Ich drehte mich zur Seite, schmunzelnd, machte<br />
mir meinen Reim auf ihre Bürger-Ängste - <br />
<br />
und sah mir den Michel genauer an:<br />
Der Typ des Wissenschaftlers, ungeschliffen,<br />
ein großer Junge mit der Riesen-Asche. <br />
<br />
Hat sie mich doch bemerkt? – Denn sie begann,<br />
ihn scharf nur anzusehn - er hats begriffen,<br />
zog seine Hände aber hurtig aus der Tasche.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Das Bügelbrett]]></title>
			<link>https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=1268</link>
			<pubDate>Sun, 02 Nov 2008 14:05:22 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://sonett-archiv.com/forum/member.php?action=profile&uid=38">Dirk Schindelbeck</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://sonett-archiv.com/forum/showthread.php?tid=1268</guid>
			<description><![CDATA[Das Bügelbrett<br />
<br />
<br />
Du bügelst. Lange Zeit. Ganz konzentriert.<br />
So leicht und sicher dir das Eisen gleitet,<br />
dass sich der Ärmel bläht und wellt und weitet.<br />
Ich bin von diesem Vorgang fasziniert.<br />
<br />
Was steckt dahinter, das mich so berührt?<br />
Ich frage mich, ob bügeln mehr bedeutet<br />
als dass man Kleider plättend aufbereitet: <br />
Ich sitz wie reglos da: gebannt, fixiert. <br />
<br />
Tagträume melden sich. Ich lass mich treiben: <br />
Verreisen möcht ich. Nein, zu Hause bleiben.<br />
Das Bügelbrett biegt sich zur Himmelsrampe.<br />
<br />
Urplötzlich wandelt sich’s zur Autobahn, <br />
auf der wir uns der Urlaubsküste nahn<br />
im sanften Licht der Energiesparlampe.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Das Bügelbrett<br />
<br />
<br />
Du bügelst. Lange Zeit. Ganz konzentriert.<br />
So leicht und sicher dir das Eisen gleitet,<br />
dass sich der Ärmel bläht und wellt und weitet.<br />
Ich bin von diesem Vorgang fasziniert.<br />
<br />
Was steckt dahinter, das mich so berührt?<br />
Ich frage mich, ob bügeln mehr bedeutet<br />
als dass man Kleider plättend aufbereitet: <br />
Ich sitz wie reglos da: gebannt, fixiert. <br />
<br />
Tagträume melden sich. Ich lass mich treiben: <br />
Verreisen möcht ich. Nein, zu Hause bleiben.<br />
Das Bügelbrett biegt sich zur Himmelsrampe.<br />
<br />
Urplötzlich wandelt sich’s zur Autobahn, <br />
auf der wir uns der Urlaubsküste nahn<br />
im sanften Licht der Energiesparlampe.]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
</rss>