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Ergänzungen zu John Donne's: La Corona
ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
****

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Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #1
Ergänzungen zu John Donne's: La Corona
Und damit es ein echter Kranz wird noch ein paar Zudichtungen von mir:


Der jüngste Tag

Begrüßt den jüngsten Tag: die Ewigkeit!
Das Gottesreich ist nah, die Engelszunft
der Friedensstifter bietet Unterkunft
den Sündern und Beladenen. Bereit

Verzeih’n gen Reue aufzuwiegen feit
uns Christ vor Schuld am Tag der Wiederkunft.
Nur scheinbar streitet ’s Herz mit der Vernunft,
denn unsre Seele lebt über die Zeit.

In Jesu Christ vereint sind Herz und Ratio,
denn unvergleichlich ist sein Werk dem Lob,
ist Gottes Samen und der Menschheit Blüte.

So klinge ewig Christi die Laudatio,
so seiner Macht, der Weisheit und der Güte.
Nenn einen, der sich nicht im Tun verhob.



Vanitas

Nenn einen, der sich nicht im Tun verhob,
Der nicht in Eitelkeit verfällt im Glück.
Man geh’ in der Geschichte weit zurück
und sieht, daß alle Pracht zuletzt zerstob.

Geblieben ist das namenlose Lob
der Urkraft, die uns innewohnt, ein Stück.
Re-ligio: Besinne dich zurück,
Denn wer vergißt, was ihn ins Leben hob

und wer verleugnet wes’ Talent er nutzt,
woher er seine Kraft und Macht erwarb,
dem stehn sie zu Gebot nur wen’ge Stunden.

Egal, was er sich auf der Welt ertrutzt,
und was er auch erringen mocht: er starb.
Vor Dir ist unser aller Hand gebunden



Macht und Ohnmacht

Vor dir ist unser aller Hand gebunden.
Du setztest uns, wie Adam unsern Ahn,
auf unsre vorbestimmte, rechte Bahn.
An Leib und Seele würden wir gesunden

zerstörten wir nicht selbst den großen Plan;
Die Freiheit, die du gabst, verführt zu Sünden,
doch, Heil sei unserm Herrn, durch seine Wunden
sind uns gesühnt die Tat, die Schuld, der Wahn.

Noch einmal reichst du uns die Hand zum Bund;
Laß uns das Glück nicht blind wie eh verderben;
Für uns hat sich der Herr gequält, zerschunden.

Empfangen wir das Heil aus deinem Mund
und geben wir uns dir, bevor wir sterben: -
Durch unsre Finger rinnen unsre Stunden



Hoffnung


Durch unsre Finger rinnen unsre Stunden
empfangen aus dem Nichts, und ins Vergessen
befiehlt man uns zurück. Was wir besessen
zerfällt zu Staub, doch immer neu erfunden

wird dieses Leben. Nur dem Herrn verbunden
ist sein Gesetz, dem Herrn, der unterdessen
sich selbst der irdnen Welt gibt, unermessen
ist sein Geschenk, sein Opfer, seine Wunden.

O, der sich selbst erhebt fällt tief!
Folgt dem, der Gott mehr als sich selber liebt.
Der sich im eignen Fall zu Gott erhob,

folgt dem, der uns in seine Obhut rief,
der uns die höchste Hoffnung wiedergibt
in die sich unser Lebenswerk verwob.



Dein Nächster

In die sich unser Lebenswerk verwob,
sind uns vom Herrn zur Prüfung aufgegeben,
drum achte fremdes, wie das eigne Leben
und spare nicht am Nächsten Tat und Lob.

Der Umgang manchen scheint zuweilen grob,
doch seiner Seele Schätze auszuheben
liegt nur bei dir. Dein himmelweites Streben,
ob dich ein ferner Gott dereinst erhob

ist eitel: Gott tut sich im Nächsten kund.
Drum klage nicht, denn irdisch sind die Sorgen;
was Gott zusammenfügt, was Gott zerstob

liegt schon beschlossen im uralten Bund.
Dein Bestes schläft in Blut und Fleisch verborgen,
Bis die Vergänglichkeit obsiegt darob



Sühne

Bis die Vergänglichkeit obsiegt darob
vertraun wir gerne unsrer Hände Stärke,
doch schaffen wir auch größte, höchste Werke;
Der Geist ists, der die Hand zum tun erhob.

Und Hand wie Geist sind uns von Gott, drum Lob
die Gottesschöpfung, leb in ihr und merke:
Der Seele fruchtbar sind die Geisteswerke.
Der feste Glaube brachte Lohn Hiob

und rettete schon Nebukadnezar,
denn Gott ist gnädig, - doch Geduld ist endlich!
Wart’ nicht bis du die Flammenschrift gefunden

So wie zu Daniels Zeiten Belzazar.
Der Lohn so wie die Strafe sind dir kenntlich.
Die Körperhülle liegt zuletzt zerschunden



Die Körperhülle liegt zuletzt zerschunden;
von allem Prunk und allem äußren Fehle
verbleibt der selbe Staub und nur der Seele
gerechter Glanz und Makel bleibt verbunden

erneuter Ewigkeit, und jede Wunde,
die man auf Erden andren schlägt, die quäle
noch ewig, doch die gute Tat, die zähle
vervielfacht, nutzt man so die Erdenstunden

nicht nur für irdisches. Gib Zeit und Muße
den Schritt auf’s wahre Leben hinzulenken,
dem Leben, das nicht an die Zeit gebunden.

Ich bete, halte Andacht, dir zum Gruße,
So wie man liebt, so willst du Liebe schenken;
Mein Gruß hat deine Ewigkeit gefunden
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 26.01.2009 15:53 von ZaunköniG.)
27.01.2007 23:07
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