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Armer Troll
Sonettista Offline
Armer Poet
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Registriert seit: Jan 2010
Beitrag #1
Armer Troll
(01.03.2010 14:52)ZaunköniG schrieb:  Der Troll

Du hältst dich selbst wohl für besonders schlau -
Gedichte und so'n affektierter Kram.
Du ödest mich so an, du bist so lahm...
Jetzt zeige ich dir mal die bunte Sau!

Nicht wahr? In Dir steckt auch dies kleine Luder,
mit Geilheit, die noch größer als die Scham.
Na? kitzelts dich, wenn ich so red? bekam
die Maske Risse unterm prüden Puder?

Ich rühr noch etwas weiter in der Pampe;
Du liebst doch auch das Spiel mit etwas Dreck.
Du kleiner Fickfrosch du, du geile Schlampe,
dich nehme ich anal, gleich hier vom Fleck!

Nun trau dich schon, sei bloß nicht so verklemmt.
Es schreibt sich anonym ganz ungehemmt!


Armer Troll

Du armer Troll, es mag dich keiner leiden!
Kein Mensch, der denkt, und keiner, der nur fühlt.
Man hat vielleicht dich einst zu heiß gespült,
und nun kannst du an nichts als Schmutz dich weiden.

Vergeblich hast du lang im Dreck gewühlt,
da das, was du beförderst, andre meiden.
Von dir muß alles Kluge weinend scheiden,
vor dir ist alles Liebe abgekühlt.

Nicht daß ich irgend einen Trollgroll hege!
Ich bin zuweilen regelrecht geduldig,
und weiß, daß jeder Mensch im Grunde schuldig.

Nur will ich lieber nichts mehr von dir sehen,
und da es nicht an mir ist, wegzugehen,
so lebe wohl und troll dich deiner Wege!
01.03.2010 23:14
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beitrag #2
RE: Armer Troll
Wer spricht mir Dir? Fühlst du dich angezogen?
Du gähnst mich an... Ich glaub du bist bekifft.
Die Sätze ziehen sich wie schleichend Gift -
Um wach zu werden gibt es andre Drogen!

"Ich mag nicht" stöhnen alle, ach: gelogen!
Was ist das für ein Heim-und-Herd-Komplex?
Ihr habt doch alle nur zu wenig Sex,
so artig, (tutzi, tutzi...) wohlerzogen

und keinen Schimmer, was ihr so verpasst.
Zwar klebt es, euer Wort-Ejakulat,
doch fehlt ihm ganz Entscheidendes: Die Tat!

Man müßte Mitleid haben, denn ihr haßt
nur das, was ihr nicht kriegen könnt, (So ist es!)
Versucht's auch gar nicht erst, denn, ja, ihr wisst es!

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
02.03.2010 10:27
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Sonettista Offline
Armer Poet
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Beiträge: 63
Registriert seit: Jan 2010
Beitrag #3
RE: Armer Troll
O Troll, o Troll! - Fast rief ich: Gottogott!
Es ist, wie du dich brüstest, kaum zu fassen.
Kannst du nicht es, statt wieder einen, lassen?
Das Zauberwort mit Doppel-T heißt flott.

Ich werd vermutlich ohne das erblassen,
was dir so wichtig scheint im Lebenstrott.
Ich find dich liebenswert wie ein Schafott
und ahne: deinesgleichen gibts in Massen.

Zwar traurig, doch normal die Langeweile,
die du verbreitest (machen das doch viele).
Mich ärgert nur, daß deine Kinderspiele

hier Raum belegen, der gebührt dem Dichter.
An jedem Ort der Welt ist das Gelichter
sehr stark und hat im Denken keine Eile.
02.03.2010 14:08
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #4
Abgang des Trolls
Abgang des Trolls

"Im Denken", ach, das ist ja wohl der Kracher!
Seid ihr auch selten, sag ich "selten dämlich".
Stellt man uns gegenüber, habe nämlich
Ich auf meiner Seite alle Lacher.

Glaubst du, daß ich um meinen Abgang schacher?
So siehst du aus, so schreibst du denn auch: ziemlich
enthoben, selbstgefällig und bequemlich.
Auf hundert Denker gibts nur einen Macher!

Meine Riemen wäre dir bestimmt ein Schock,
Greig dir für's erste selber untern Rock.

Ach was, schreib weiter deine Verse für
die Tugenden, die Schmetterlinge, Elfen;

Ich hab's gemerkt: Dir ist nicht mehr zu helfen.
Das Leben aber wartet vor der Tür!

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
02.03.2010 17:45
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Sonettista Offline
Armer Poet
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Beiträge: 63
Registriert seit: Jan 2010
Beitrag #5
Dem Troll zum Abschied
Mein Leben, Tröllchen, wartet eben nicht.
Mein Leben wird von mir gelebt, und gerne!
Ich denke, liebe, fliege an die Sterne -
und jeder Tag bringt mir ein neues Licht.

Von dir, du rußig trübe Stallaterne,
kommt nicht genug für mich. Du armer Wicht
übst recht erfolgreich geistigen Verzicht -
sei mir gegrüßt aus möglichst großer Ferne.

Du lebst von dem, was zwischen deinen Beinen,
und mag dir das auch sehr beträchtlich scheinen,
so ists für mich, die Bessres kennt, nicht wichtig.

Für dich ist deine Lebensform wohl richtig,
doch ich bin zu was anderem geboren:
Ich leb von dem, was zwischen meinen Ohren.
02.03.2010 20:53
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ZaunköniG Offline
Maître du Sonnet
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Beiträge: 4.915
Registriert seit: Jan 2007
Beitrag #6
RE: Armer Troll
Danke Sonettista,

für die kleine Sonettschlacht, ich habe als Dichter allerdings noch andere Pläne und möchte den Tonfall nicht zu sehr verinnerlichen.
Macht aber immer wieder Spaß so ein Rollenspiel

LG ZaunköniG

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
02.03.2010 22:36
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Sonettista Offline
Armer Poet
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Beiträge: 63
Registriert seit: Jan 2010
Beitrag #7
RE: Armer Troll
Auch Dir Dank, Zaunkönig,
es war eine lustige Schlacht!
02.03.2010 23:00
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