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Antonio Machado: El Viajero
ZaunköniG Offline
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Beitrag #1
Spanien Antonio Machado: El Viajero
Antonio Machado
1875 - 1939 Spanien


El Viajero

Está en la sala familiar, sombría,
y entre nosotros, el querido hermano
que en el sueño infantil de un claro día
vimos partir hacia un país lejano.

Hoy tiene ya las sienes plateadas,
un gris mechón sobre la angosta frente;
y la fría inquietud de sus miradas
revela un alma casi toda ausente.

Deshójanse las copas otoñales
del parque mustio y viejo.
La tarde, tras los húmedos cristales,
se pinta, y en el fondo del espejo.

El rostro del hermano se ilumina
suavemente. ¿Floridos desengaños
dorados por la tarde que declina?
¿Ansias de vida nueva en nuevos años?

¿Lamentará la juventud perdida?
Lejos quedó —la pobre loba— muerta.
¿La blanca juventud nunca vivida
teme, que ha de cantar ante su puerta?

¿Sonríe al sol de oro
de la tierra de un sueño no encontrada;
y ve su nave hender el mar sonoro,
de viento y luz la blanca vela hinchada?

Él ha visto las hojas otoñales,
amarillas, rodar, las olorosas
ramas del eucalipto, los rosales
que enseñan otra vez sus blancas rosas

Y este dolor que añora o desconfía
el temblor de una lágrima reprime,
y un resto de viril hipocresía
en el semblante pálido se imprime.

Serio retrato en la pared clarea
todavía. Nosotros divagamos.
En la tristeza del hogar golpea
el tic-tac del reloj. Todos callamos.



Der Weitgereiste


Im schattigen Gesellschaftsraum
nun der geliebte Bruder steht,
den ein verklärter Kindheitstraum
zeigt, wie er in die Welt rausgeht.

Die Schläfen sind versilbert (fast)
und in die Stirn fall'n graue Stränen.
Im Blick, der kühl und ohne Rast
ist, kann man die Zerstreutheit wähnen.

Herbst: Durch die alten Gärten treiben
die letzten welken Blätter und
in unsren feuchten Fensterscheiben
färbt sich der Abend. Und im Grund
des Antlitz' sich ein Leuchten zeigt,
ganz sanft. Enttäuschen, die waren,
verklärt der Abend, der sich neigt?
Oder der Sog von neuen Jahren?

Wo ist die Jugend, die verlor'ne?
fürchtet er noch, daß diese tote,
verblichne Wölfin, nier gebor'ne,
zuhause mit Geheul im drohte?

Ob er die güldne Sonne ahnt,
des Landes, das er nie gesehen?
Sein Schiff, das ihm die Wege bahnt?
Sein Segel, das die Winde blähen?

Er sah die Herbstesblätter, lose
sich drehend, Eukalyptuszweige
so aromatisch. - Und die Rosen,
die nochmals ihre Blüten zeigen.

Sein Schmerz steht ihm wie Scheu zur Seit,
die ihre Tränen nicht erträgt
und (Maske seiner Männlichkeit)
das viel zu blasse Antlitz prägt.

Sein stolzes Abbild prangt indes
dort an der Wand. Wir schaun uns um.
Wir hörn in heimischer Tristess
das Uhren-Ticken - und sind stumm.

Der Anspruch ihn auszudrücken, schärft auch den Eindruck.
15.11.2014 09:54
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Antonio Machado: El Viajero - ZaunköniG - 15.11.2014 09:54

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